“Soft Opening” im Wiener Metro Kinokulturhaus

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Metro Kinokulturhaus nach Umbau und Erweiterung
Metro Kinokulturhaus nach Umbau und Erweiterung
Ursprünglich war die Eröffnung des neuen Metro Kinokulturhauses in der Wiener Innenstadt für den Herbst 2012 geplant. Denkmalschutz- und Finanzierungsfragen verzögerten den Umbau der Hauptspielstätte des Filmarchiv Austria aber um zwei Jahre, wie dessen Direktor Ernst Kieninger am Rande der Presseführung wenige Stunden vor der Neueröffnung sagte. Am Freitagabend geht es nun los – vorläufig.


Dass in den vergangenen Wochen und Monaten am Standort in der Johannesgasse fieberhaft gearbeitet wurde, ist von außen aktuell noch nicht erkennbar. Zwar zieren großformatige Plakate das Gerüst vor der Fassade, die auf das kommende Programm im Inneren verweisen, doch den Baustellencharme der vergangenen Jahre wird das Metro bis zum Frühjahr nicht ganz loswerden. Im Gegenteil: Ab Mitte Jänner folgt noch einmal eine Schließphase.

Bis dahin kann man sich aber zumindest von den großflächigen Änderungen im Haus bereits ein gutes Bild machen. Das Foyer wurde ausgehöhlt, ist mit einem Shop und neuer Gastronomie ausgestattet und bietet einen direkten Einblick in den Kinosaal. “Das sichtbare Kino sozusagen”, schmunzelte Kieninger in Anlehnung an das “unsichtbare Kino”, mit dem im Österreichischen Filmmuseum ums Eck geworben wird. Durch die Glasfassade soll das Leinwandbild künftig sogar von der Straße aus zu sehen sein.

Links neben dem historischen Kinosaal, der größtenteils unverändert blieb, führen ein blaubeleuchteter Liftschacht und ein großteils ganz in Weiß gehaltenes Stiegenhaus in die oberen Etagen. Im ebenfalls weiß gehaltenen Mezzanin ist die verglaste Vorführkabine zentral platziert, der helle ehemalige Ballettsaal (mit Holzboden) in der Bel Etage dient als große Ausstellungsfläche mit angeschlossenem zweiten Kinosaal für 50 Personen, benannt nach dem aus Wien stammenden Produzenten Eric Pleskow.

Dem eigenen Anspruch, die “Nationalbibliothek der Laufbilder” zu werden, will man ab 2015 im zweiten Obergeschoß mit Sichtungsstationen einen Schritt näher kommen. Hier soll das bereits digitalisierte Material des Filmarchivs der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden. Gemeinsam mit der “echten” Nationalbibliothek, die ganz in der Nähe nächstes Jahr ein Literaturmuseum eröffnet, hofft man zudem, die Johannesgasse verstärkt zur Begegnungs- und Kulturzone werden zu lassen.

Bis dahin steht aber noch einiges an: Zum Auftakt des “Soft Openings” kuratierte Peter Handke ein Programm für das Kinokulturhaus, zur Viennale gibt es die erste große Retrospektive zum Schauspieler und Regisseur Fritz Kortner, es folgen u.a. Filmschauen zum verstorbenen Regisseur Florian Flicker, zum unehelichen Klimt-Sohn Gustav Ucicky und zum Schauspieler Oskar Werner. Nach der Fassadenerneuerung ab Mitte Jänner geht es dann mit den Wiener Festwochen und Warhols “Factory” endgültig los.

Das Lichtspielhaus in der Johannesgasse wird seit 2002 vom Filmarchiv Austria geführt. Zuvor war der Neo-Rokoko-Saal 1951 zum Kino umgestaltet worden, nachdem er seit 1893 für Erlebnisveranstaltungen und seit 1924 als Theater genutzt worden war. Der nunmehrige Umbau zum Filmkulturzentrum mit daran angeschlossenen 1.800 Quadratmetern Ausstellungsfläche kostete insgesamt 1,9 Millionen Euro. Die elementare Auftaktausstellung wurde vom Filmkünstler Siegfried A. Fruhauf gestaltet.

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