Brand in Londoner Hochhaus: Opferzahl steigt weiter an

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London trauert um die Opfer der Brand-Katastrophe
London trauert um die Opfer der Brand-Katastrophe - © APA (AFP)
Nach dem verheerenden Hochhausbrand in London haben Freunde und Verwandte verzweifelt mit Postern und in sozialen Medien nach Vermissten gesucht. Bisher hat die Polizei den Tod von mehr als 30 Menschen bestätigt. Sie fürchtet, es könne mehr als 60 geben. Auch die Möglichkeit, dass die Zahl der Todesopfer in den dreistelligen Bereich steigen könnte, schloss die Behörde nicht aus.

Nach dem Hochhausbrand in London ist die Zahl der Toten auf mindestens 30 gestiegen. Das teilte Polizeisprecher Stuart Cundy am Freitag in der britischen Hauptstadt mit. “Leider wird die Zahl noch steigen”, fügte er hinzu.

In der Zwischenzeit wurde das erste Opfer identifiziert. Es handelt sich um einen syrischen Flüchtling namens Mohammed Alhajali.

Im Grenfell Tower im Westen Londons war in der Nacht auf Mittwoch das Feuer ausgebrochen und hatte sich über die Fassade rasend schnell ausgebreitet. Die Behörden vermuten, dass sich rund 600 Menschen zu dem Zeitpunkt in dem Hochhaus aufhielten.

Kühlschrank könnte Hochhaus-Brand ausgelöst haben

Die Ursache für den Brand bliebt zunächst unklar, doch verstärkten sich Vermutungen, sie könne mit der jüngsten Renovierung des 24-stöckigen Gebäudes zusammenhängen. Das Hochhaus aus den 1970er-Jahren wurde bis zum vergangenen Jahr für umgerechnet 9,9 Millionen Euro aufwendig renoviert. Vor allem die Fassade wurde saniert und gedämmt. Experten vermuten, die Fassadendämmung könnte ein Grund dafür sein, dass sich der Brand so schnell ausbreitete. Die “Daily Mail” berichtete, dass der Brand in der Wohnung eines Taxifahrers im vierten Stock ausgebrochen sei. Scheinbar geriet ein Kühlschrank in Brand. Premierministerin Theresa May kündigte eine unabhängige Untersuchung des Unglücks an, auch um aufzuklären, ob der Brandschutz mangelhaft war.

Freunde und Verwandte suchten mit Postern und in den sozialen Medien zunehmend verzweifelt nach Vermissten. 24 Menschen wurden am Freitag noch in Krankenhäusern der britischen Hauptstadt behandelt. Der Zustand von zwölf Patienten sei derzeit kritisch, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Die Feuerwehr blieb auch am Freitag im Einsatz. Der Brand im Grenfell Tower ist Augenzeugenberichten zufolge noch nicht vollständig gelöscht. Rettungsteams suchten mit Drohnen und Spürhunden nach weiteren Opfern.

Neue Wohnung für Betroffene

Alle Bewohner des Hochhauses sollen bis zum Wochenende eine neue Wohnung erhalten, sagte Megan Hession von der Bezirksverwaltung in Kensington und Chelsea. Zahlreiche Menschen hatten auch die vergangene Nacht noch in Turnhallen und Hotels verbracht.

Königin Elizabeth II. und Prinz William trafen Opfer und Helfer der Brandkatastrophe. Die Queen und ihr Enkel besuchten am Freitag eine Notunterkunft in einem Fitnesscenter im Stadtteil Kensington in der Nähe des Brandorts. Schon am Donnerstag hatte die Monarchin den Mut der Feuerwehrleute und die “unglaubliche Großzügigkeit” der freiwilligen Helfer gewürdigt.

London: Solidaritäts-Demo in Westminster angekündigt

Aktivisten riefen für den Abend zu einer Solidaritätskundgebung im Regierungsbezirk Westminster. Die Demonstration soll vor dem Ministerium für Kommunen stattfinden, das auch für Wohnungsbau verantwortlich ist. Nach dem Unglück geben viele Bürger der britischen Regierung eine Mitschuld an der Brandkatastrophe. Auf Facebook hatten am Freitagvormittag schon knapp 2.000 Demonstranten ihre Teilnahme an der Kundgebung unter dem Motto “Justice for Grenfell!” (Gerechtigkeit für Grenfell) angekündigt.

Viel Ärger fokussierte sich auf die erst kürzlich angebrachte Fassadenverkleidung. Die Grenfell-Mieterinitiative teilte mit, man habe wegen der schlechten Sicherheitsstandards in dem Hochhaus und anderswo im Bezirk in den vergangenen Jahren häufig gewarnt. Über die Brandursache herrscht aber weiter Rätselraten.

(APA/dpa)

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