Spaniens Königsschwager muss bis Montag Haft antreten

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Urdangarin könnte Berufung einlegen
Urdangarin könnte Berufung einlegen - © APA (AFP)
Der wegen Betrugs und Veruntreuung zu knapp sechs Jahren Gefängnis verurteilte spanische Königsschwager Inaki Urdangarin muss seine Haftstrafe nach Medienberichten bis Montag antreten. Der Ehemann der Infantin Cristina nahm die Ladung zum Strafantritt am Mittwoch am Landgericht der Balearen persönlich in Empfang. Gegen das Urteil könnte Urdangarin noch vor das Verfassungsgericht ziehen.

Der 50-Jährige habe eine Frist von fünf Tagen bekommen, um sich die Vollzugsanstalt auszusuchen und sich dort zu präsentieren, berichteten Medien unter Berufung auf die Justiz. Am Mittwoch beging Cristina auch ihren 53. Geburtstag.

Urdangarin: Sechs Millionen Euro Steuergelder veruntreut

Das Oberste Gericht hatte am Dienstag die 2017 gegen Urdangarin verhängte Gefängnisstrafe in leicht gemilderter Form bestätigt. Demnach muss der Schwager von König Felipe VI. für fünf Jahre und zehn Monate hinter Gitter. Der Ex-Handballstar war im Februar 2017 auf Mallorca wegen Veruntreuung von sechs Millionen Euro Steuergeldern sowie wegen Urkundenfälschung, Geldwäsche und Betrugs zu sechs Jahren und drei Monaten verurteilt worden.

Die Regierung könnte beim König noch eine Begnadigung beantragen. Und Urdangarín könnte außerdem noch vor das Verfassungsgericht ziehen. Falls die Richter die Berufungsklage akzeptieren, könnten sie den Königsschwager bis zu einem Urteil auf freien Fuß lassen. All diese Möglichkeiten gelten aber als unwahrscheinlich.

17 Verdächtige in Affäre angeklagt

Insgesamt waren in der Affäre um die vermeintlich gemeinnützige Stiftung “Noos” 17 Verdächtige angeklagt worden. Verwickelt war unter anderem der frühere Regionalpräsident der Balearen Jaume Matas, der zu drei Jahren und acht Monaten verurteilt wurde.

Nummer sechs in der Thronfolge des Steuerbetrugs bezichtigt

Cristina war der Beihilfe zum Steuerbetrug bezichtigt worden, wurde aber freigesprochen. Sie ist die jüngere der beiden Schwestern Felipes und die Nummer sechs in der Thronfolge. Sie war die erste nahe Verwandte eines spanischen Königs, die vor Gericht kam. Seit der Zuspitzung der Finanzaffäre vor mehr als vier Jahren hat das Ehepaar Urdangarin kaum noch Kontakt zum Königshaus. Der Skandal fügte dem Image der Royals schweren Schaden zu.

Die Urdangarins leben seit 2013 mit den vier Kindern – drei Jungs und ein Mädchen im Alter zwischen 12 und 18 – in Genf. Cristina war inmitten des Skandals von ihrem Arbeitgeber, einer spanischen Großbank, dorthin versetzt worden.

(APA/dpa)

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