Spar-Chef zu Einsatz gegen CETA: “Wir machen uns nicht nur Freunde”

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Spar-Chef Drexel hat nichts gegen Freihandel, ist aber gegen CETA.
Spar-Chef Drexel hat nichts gegen Freihandel, ist aber gegen CETA. - © APA/Fohringer/Archiv
Spar-Chef Gerhard Drexel hat in den vergangenen Monaten stark gegen die Freihandelsabkommen CETA und TTIP gewettert und zählte zu einem der prominentesten Unterstützer des Anti-CETA-Volksbegehrens. Sogar auf den Kassenbons warb Spar um Unterstützung. “Wir machen uns dadurch nicht nur Freunde”, sagte Drexel im APA-Gespräch.


Manche sehen in seinem Engagement gegen das Freihandelsabkommen eine reine Marketingaktion. “Eine böse Unterstellung”, wie Drexel findet. “Wir handeln aus einer gesellschaftspolitischen Verantwortung heraus. Wir sind immer auf der Seite der Konsumenten. Man muss Zivilcourage zeigen und zu seinen Werten stehen”, so der Spar-Chef und -Miteigentümer. Spar sitze auf keinem Lobbyistenticket.

Spar-Chef und CETA: Viel “hineingewurschtelt”

Er habe nie gesagt, dass er gegen Importe und Exporte sei und dagegen, dass Zölle gesenkt werden. Es gehe ihm um Dinge, die mit dem freien Handel nichts zu tun hätten, sondern nur unter dem Deckmantel eines Freihandelsabkommens “hineingewurschtelt” würden, so der Manager. Konkret meint Drexel die Schiedsgerichte, die er für “brandgefährlich” hält.

“Willen der Bevölkerung würdigen”

Vor kurzem gab das EU-Parlament grünes Licht für das EU-Kanada-Freihandelsabkommen CETA. Abgestimmt wurde nur über jene Teile, die in die Zuständigkeit der EU fallen. Der umstrittene Investorenschutz muss von den nationalen Parlamenten der 28 EU-Staaten einzeln ratifiziert werden. Erst danach tritt CETA endgültig in Kraft. Das Anti-CETA-Volksbegehren wurde von mehr als 560.000 Österreichern unterschrieben. “Wenn es zur Ratifizierung kommt, gehe ich davon aus, dass die Abgeordneten würdigen, dass 80 Prozent der österreichischen Bevölkerung gegen CETA sind”, hofft Drexel.

Drexel wähnt Spar-Konzern hinter sich

Bei seiner Fehde gegen die Freihandelsabkommen hat Drexel nach eigenen Aussagen den Spar-Konzern bzw. seine Eigentümer, die Familien Drexel, Reisch und Poppmeier, voll hinter sich, sagte er zur APA. Einen kürzlich veröffentlichten “Trend”-Artikel, wonach seine Alleingänge und seine Sturheit im Unternehmen zunehmend misstrauisch beäugt werden, dementierte Drexel vehement. Der Artikel sei von der Industriellenvereinigung (IV) initiiert worden, mutmaßt der Spar-Boss.

Der Vorstands-Vertrag des 61-jährigen Drexel ist erst vor kurzem um fünf Jahre verlängert worden. “Keine Sorge, ich bleibe noch”, entgegnet Drexel Kritikern.

(APA)

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