25. Oktober 2012 12:21; Akt.: 25.10.2012 12:21

Spielergewerkschaft klagt Red Bull Salzburg

Cristiano (li.) und Leonardo sahen das Bullen-Training in den letzten Wochen nur aus der Entfernung. Cristiano (li.) und Leonardo sahen das Bullen-Training in den letzten Wochen nur aus der Entfernung.
Fußball-Meister Salzburg droht nach der Suspendierung ungewünschter Profis ein Nachspiel. Die Vereinigung der Fußballer (VdF) teilte am Donnerstag mit, dass in Vertretung der aussortierten Spieler Joaquin Boghossian und Leonardo eine Klage eingebracht wurde.

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Gleichzeitig habe die Spielergewerkschaft den Club beim Ethikkomitee der Bundesliga angezeigt.

“Stars” trainieren in Liefering

Der Uruguayer Boghossian und der Brasilianer Leonardo sind wie Douglas und Cristiano (beide BRA) seit Anfang September vom Mannschaftstraining ausgeschlossen. Sie absolvieren stattdessen beim Red-Bull-Zweitteam FC Liefering aus der Regionalliga West ihre Einheiten. Trainer Roger Schmidt erklärte dies damit, dass das Quartett in seinen Planungen keine Rolle mehr spielt. Mit dem damals ebenfalls eliminierten Schweden Rasmus Lindgren hat sich Salzburg bereits auf eine Vertragsauflösung geeinigt.

Eindeutiger Verstoß

Der VdF sieht ein Verhalten, das “bisher nur in einschlägig bekannten osteuropäischen Ländern anzutreffen und daher schärfstens abzulehnen ist”. Bei einer Überprüfung der Spielerverträge von Salzburg habe sich herausgestellt, dass diese einen Passus enthalten, wonach den Spielern das Recht auf Training mit der Profimannschaft vorenthalten wird. Es liege somit ein eindeutiger Verstoß gegen die einschlägigen Bestimmungen des Kollektivvertrages vor.

Weiters beweist dies laut der VdF auch die Tatsache, dass der Verein eine solche Vorgangsweise bei möglicherweise missliebigen Spielern bereits bei Vertragsabschluss in Erwägung zieht.

“Psychischer Druck”

“Wenn den betroffenen Spielern ein Fehlverhalten zur Last gelegt worden wäre, dann hätte Red Bull Salzburg mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen reagiert. Daher zielt diese Maßnahme ausschließlich darauf ab, die Spieler mit psychischem Druck zur Auflösung ihrer bestehenden Verträge zu bewegen”, erklärte VdF-Geschäftsführer Rudolf Novotny.

Wie die Gewerkschaft mitteilte, befindet sich Leonardo aufgrund des Verhaltens des Vereines seit einiger Zeit auch in ärztlicher Behandlung.

(APA)



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