Spital muss wegen vertauschten Babys im Grazer LKH zahlen

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Vor 26 Jahren dürften zwei Kinder nach der Geburt vertauscht worden sein (Symbolbild).
Vor 26 Jahren dürften zwei Kinder nach der Geburt vertauscht worden sein (Symbolbild). - © Bilderbox
Im Prozess um eine mögliche Babyvertauschung im Grazer LKH hat das Landesgericht für Zivilrechtssachen nun zugunsten der klagenden Familie entschieden. Den betroffenen Personen wurden jeweils 30.000 Euro zugesprochen, außerdem die Kosten für die Adoption, erläuterte Gerichtssprecher Friedrich Moshammer am Montag gegenüber der APA.

Vor 26 Jahren soll es im LKH Graz zur Verwechslung zweier Neugeborenen gekommen sein. Die betroffene Familie Grünwalder erfuhr erst vor einigen Jahren davon, als sich bei einer Blutuntersuchung der Tochter herausstellte, dass sie nicht das leibliche Kind ihrer Eltern sein kann.

DNA-Tests führen zu keinem Ergebnis

Trotz zahlreicher DNA-Tests wurde bisher kein zweites Mutter-Tochter-Paar ausfindig gemacht, das an der Verwechslung beteiligt gewesen sein könnte. Evelin Grünwald ist überzeugt, dass ihre Tochter Doris nur im Krankenhaus vertauscht worden sein kann. Das Gericht schloss sich dieser Meinung an: “Das Erstgericht führt aus, dass eine Vertauschung des Kindes nach erstmaligem Kontakt auszuschließen ist”, erklärte Anwalt Gunther Ledolter.

Die Familie hatte immer wieder betont, dass die Verwechslung nur in den ersten Stunden nach der Geburt passiert sein kann. Seitens des Krankenhauses hieß es dazu, dass in der fraglichen Zeit kein zweites Baby mit so geringem Gewicht – das Mädchen wog keine zwei Kilogramm – auf die Welt gekommen sei.

Spital muss Adoptions-Kosten übernehmen

Den drei Familienmitgliedern wurden jeweils 30.000 Euro zugesprochen, außerdem muss die Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) die Kosten für die Adoption von Doris Grünwald zahlen. Die KAGes hat nun vier Wochen Zeit, einen Einspruch gegen das Urteil vorzubringen.

(APA)

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