Beschlüsse des SPÖ-Parteitages würden ja nicht für die ÖVP gelten, gab Kopf sich gelassen. Überhaupt gebe es im Schulwesen ganz andere Probleme. Es sei falsch, dass sich “die gesamte Bildungspolitik zumindest der Linken in diesem Land” an dieser Frage aufhänge, so Kopf. Und in Richtung SPÖ: “Wenn die SPÖ ein Jahr vor einer Wahl Koalitionsbedingungen beschließt, wird sie halt mit diesem Beschluss auch leben müssen.”
SP-Bundesgeschäftsführer Kräuter zeigte sich indes unnachgiebig: “Bildung ist eine derart entscheidende Zukunftsfrage für Österreich, dass es hier keine Kompromisse geben wird.” Kräuter will nichts von angeblichen Wahlkampftönen seiner Partei wissen: “Das hat mit Wahlkampf gar nichts zu tun, sondern mit der Zukunft Österreichs. Denn dass sich im Bildungsbereich Entscheidendes ändern muss, ist glaub ich allen klar.”
Eine weitere Koalition mit der ÖVP wird durch diese Bedingung aus Kräuters Sicht nicht verunmöglicht: Immerhin gebe es etwa mit Tirols Landeshauptmann Platter bereits einen prominenten Gesamtschulbefürworter in der Volkspartei. “Ich bin überzeugt, dass wir hier zwar noch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, aber dass auch die ÖVP – und das muss ja nicht der einzige Verhandlungspartner sein zu einer künftigen Koalition – Bewegung zeigen wird.”