SPÖ und Bürgerliste bilden Allianz gegen Salzburgs Verkehrsprobleme

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Bernhard Auinger (links im Bild) und Helmut Hüttinger sagen Salzburgs Verkehrsproblemen den Kampf an.
Bernhard Auinger (links im Bild) und Helmut Hüttinger sagen Salzburgs Verkehrsproblemen den Kampf an. - © Bürgerliste/SPÖ
In Sachen „Salzburger Verkehrsprobleme“ haben jetzt SPÖ-Klubvorsitzender Bernhard Auinger und Grünen-Klubobmann Helmut Hüttinger eine Allianz geschlossen. Am Freitag verkündeten sie ihr Maßnahmenpaket. Was, wann und wie umgesetzt werden soll, lest ihr hier.

„Es ist derzeit sowohl für die Bewohner der Stadt Salzburg als auch für die rund 60.000 Pendler, die täglich im Stau stehen müssen, eine untragbare Situation. Daher haben wir in der Stadt das Heft des Handelns in die Hand genommen. Mit einer Erhöhung der Mittel für den öffentlichen Verkehr sowie den Radverkehr und einem Verkehrsbeschleunigungsprogramm verbunden mit einem klaren Bekenntnis zur raschen Umsetzung hoffen wir, die richtigen Schritte zu setzen. Den vielen Worten und einberufenen Verkehrsgipfeln müssen endlich Taten folgen“, sind sich Klubobmann Helmut Hüttinger und Klubvorsitzender Bernhard Auinger einig.

1. Messebahn

„Die Machbarkeitsstudie zur Messebahn wird von der Salzburg AG in Auftrag gegeben. Wir hoffen auf Ergebnisse vorm Sommer“, betont Auinger. Touristen könnten ihr Auto bei der Messe parken und wären mit der Lokalbahn in sieben Minuten beim Hauptbahnhof. „Dann hätten TouristInnen ein wirklich attraktives Angebot, und man könnte auch den Fernbus-Terminal nach draußen verlegen”, meint Auinger. Der Sommerstau an Regentagen würde damit abgefedert. Für Pendler wiederum böte sich eine “super Alternative”, auf die Messebahn umzusteigen. Von der Messe wäre es außerdem nur ein Katzensprung in Richtung Salzburg-Mitte und damit nach Liefering. Auch dorthin ließen sich Schienen verlegen, meint Auinger. „Das wäre auch für die Lieferinger ein schnelles Verkehrsmittel in die Stadt hinein. Denn in Wahrheit stehen die Lieferinger mit der Obus 4-er Linie derzeit auch im Stau.”

2. Pendlermaut

Auinger und Hüttinger halten an der Erweiterung der gebührenpflichtigen Parkzone auf das gesamte Stadtgebiet fest. Ihrer Rechnung zufolge würde diese Maßnahme rund 10.000 Fahrten täglich weniger bringen. Bereits am 17. Mai wurde im Gemeinderat die Ausweitung der Bewohnerparkplatzzonen beschlossen. „Damit wollen wir die Anrainer vom stetig steigenden Parkdruck durch die Pendler entlasten“, heißt es in einer gemeinsamen Aussendung am Freitag.

3. Öffi-Ausbau

Noch vor dem Sommer soll es eine Evaluierung des Obus-Netzes in enger Abstimmung mit der Salzburg AG geben. „Damit wollen wir die Fahrgastzahlen steigern und die Verlässlichkeit des Obuses weiter erhöhen“, so die beiden Klubchefs.

4. Radverkehr

  • Zwei Millionen Euro pro Jahr für Salzburgs Radwege – also eine Verdoppelung des Budgets – sind geplant, um den Radverkehrsanteil in Salzburg in Richtung 24 Prozent zu bewegen. Aktuell beträgt der Anteil des Radverkehrs in der Landeshauptstadt rund 20 Prozent.
  • Der Bahnbegleitweg nach Freilassing soll zu Salzburgs erstem Premium-Radweg ausgebaut werden. Mit der Errichtung der Radbrücke über die Rudolf-Biebl-Straße wurde ja bereits ein wichtiger Lückenschluss erledigt. Nun geht die Stadt auch die zweite große Hürde an, nämlich die Überquerung der Saalach ohne Umweg über das Kraftwerk Rott. „Dazu wird sich die Stadt Salzburg am Bau einer neuen Radbrücke über die Saalach beteiligen“, erklärt Hüttinger. Durch diesen Premium-Radweg können Radfahrer ohne große Eile in 18 Minuten (statt derzeit 24) vom Franz Josef Kay in Mülln bis zum Bahnhof Freilassing gelangen.
  • Lückenschluss im Radwegenetz: Ebenfalls angegangen werden soll ein lange überfälliger Lückenschluss im Radwegenetz entlang der Glanzeile. Auf Höhe der Stauffeneggstraße soll demnach künftig eine neue Unterführung für deutlich mehr Sicherheit und eine bessere Verbindung sorgen.
  • Förderung für radfreundliche Unternehmen: „Es gibt Unternehmen in der Stadt Salzburg, denen es bereits sehr erfolgreich gelungen, ihre Mitarbeiter dazu zu bewegen, in die Arbeit zu radeln. Ausreichende Duschen und Umkleidekabinen für radelnde Mitarbeiter sind hier das Erfolgsgeheimnis“, berichtet Bernhard Auinger. „Auf dem Rad startet man entspannter in den Tag und macht auch etwas für die eigene Gesundheit. Hier braucht es für innovative Unternehmen noch Anreizsysteme. Wir haben da bereits einige Modelle ausgearbeitet.“

5. Gaisberg: Neues Verkehrsinfo-System

Um der angespannten Verkehrssituation an schönen Tagen am Gaisberg entgegenzuwirken, wurden bereits einige Maßnahmen getroffen, die laut Auinger und Hüttinger jedoch noch zu wenig sind. Also will sich die Stadt nun an der privaten Initiative (ARGE Gaisberg), die bestehende Abschleppzonen überwacht, finanziell beteiligen. „Mit Unterstützung der Polizei kann der Wachdienst künftig außerdem schon bei der Zistelalm informieren, wenn am Gaisbergspitz eine Überlastung droht“, heißt es.

Außerdem wolle die Stadt ein verbessertes Verkehrs-Informationssystem finanzieren. „Dazu werden an den Auffahrten sowohl von Elsbethen als auch von Guggenthal kommend Informationsschilder installiert, die in Echtzeit über die Parksituation auf der Gaisbergspitze und bei der Zistelalm informieren. Das System in Guggenthal kann außerdem anzeigen, wann der nächste Bus kommt“, erklärt KO Helmut Hüttinger.

6. Kein Sommerfahrplan für Busse

Einen Wunsch hat Auinger an die Salzburg AG: „Den ausgedünnten Sommerfahrplan für die Busse darf es künftig nicht mehr geben. Wir haben im Sommer eine mindestens gleich hohe Beförderungsleistung wie sonst, nur zu anderen Tageszeiten. Hier muss auch ein entsprechendes Angebot sichergestellt sein“.

7. Digitale Bürgerkarte als Chance für Salzburg

Auch in Sachen Verkehr könnte Salzburg mit der digitalen Bürgerkarte eine Vorreiterrolle übernehmen, ist Auinger überzeugt und gibt ein Anwendungsbeispiel: „Wenn jemand in Grödig in den Bus nach Salzburg steigt, bekommt er elektronisch Punkte auf seiner Bürgerkarte gutgeschrieben, weil er die Öffis nutzt und damit die Umwelt schont. Die Punkte können dann als Gutscheine beim Shoppen in der Altstadt eingelöst werden. Sogar das Kaufen eines Fahrscheins oder Parkscheins könnte sich bald erübrigen – weil alles über die Bürgerkarte läuft.“

Auch für die Parkscheinautomaten, die ja bald abgelöst oder erneuert werden sollen, gibt es für Auinger eine schlaue Lösung: Bald schon könnten die Parkautomaten als Ladestationen für E-Autos dienen – ein Pilotprojekt wurde in Innsbruck bereits erfolgreich installiert. Die Abrechnung des Stroms kann ebenfalls über die Bürgerkarte erfolgen.

8. Zeitgemäße Mobilität für den Magistrat

Die Bürgerliste/DIE GRÜNEN sprechen sich dafür aus, die nicht mehr zeitgemäßen Parkprivilegien für Gemeinderäte in der Stadt Salzburg gänzlich abzuschaffen. Diese müssen ihren Hauptwohnsitz bekanntlich in der Stadt Salzburg haben – ein Parkplatz direkt vor dem Büro ist da schlichtweg nicht nötig. Die Stadt Salzburg wird eine zeitgemäße Mobilität für ihre Mitarbeiter sicherstellen, dazu bekennen sich Bürgerliste/DIE GRÜNEN und SPÖ. „Wenn wir den Salzburgerinnen und Salzburger dadurch außerdem noch so schöne Orte wie den Innenhof des Schlosses Mirabell oder das Imhofstöckl zurückgeben können, dann umso besser“, erklärt Klubobmann Helmut Hüttinger abschließend.

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