30. April 2010 14:11; Akt.: 27.09.2011 17:28

SPÖ und ÖVP einigen sich auf KoWi-Zugangsbeschränkung

Die Studierenden der Universität Salzburg hatten mehrmals gegen die drohenden Zugangsbeschränkungen demonstriert. Die Studierenden der Universität Salzburg hatten mehrmals gegen die drohenden Zugangsbeschränkungen demonstriert. - © wildbild
Salzburg – Ab kommendem Wintersemester kann die Uni Salzburg beim Studium der Kommunikationswissenschaften Aufnahmetests durchführen. Die Zahl der Plätze wird von mehr als 500 auf nur mehr 280 Studienanfänger verringert.

SPÖ und ÖVP haben sich in der Frage der Uni-Zugangsbeschränkungen am Freitagvormittag doch noch zu einer Teileinigung durchringen können: Ab kommendem Herbst können die Unis Wien, Salzburg und Klagenfurt beim Publizistik-Studium Aufnahmetests durchführen. Die notwendige Verordnung soll bereits kommenden Dienstag von der Regierung beschlossen werden, berichtet das Ö1-”Mittagsjournal” vom Ergebnis der Nachverhandlungen zwischen Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) und Claudia Schmied (SPÖ).

Die Zahl der Plätze wird durch die Verordnung an der Uni Wien im Wintersemester 2010/11 auf 1.100 festgelegt ( im WS 2009/10 gab es 1.600 Anfänger), an der Uni Salzburg auf 280 (statt mehr als 500) und an der Uni Klagenfurt auf 180, was der Anfängerzahl vom Jahr davor entspricht.

Für das Architektur-Studium und das Bachelorstudium Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Wirtschaftsuniversität (WU), für die ebenfalls Anträge auf Beschränkung vorliegen, gibt es also vorerst keine Lösung. Allerdings wollen Karl und Schmied gemeinsam eine Entlastung dieser und anderer Massenstudien ermöglichen, und zwar durch eine Neugestaltung der Studieneingangsphasen (Step), in denen künftig qualitative Aufnahmeverfahren möglich sein sollen.

“Damit kann es gelingen, die Probleme an den Massenuniversitäten in den Griff zu bekommen und damit die Qualität für die Studierenden und die Lehrenden zu steigern und zu verbessern”, so Karl. Auch Schmied betonte, dass an einer Neuregelung der Step “kein Weg vorbei führt”. Studienbedingungen wie etwa an der WU seien “Darwinismus pur, so nach dem Motto: Nur der Stärkste kommt durch”. Das könne nicht der Zugang moderner Universitätspolitik sein. “Selektion, Zugang verengen, Hinausprüfen – das geht mit der Sozialdemokratie nicht”, so Schmied.

Wie die Step aussehen soll, wollen Schmied und Karl bis zum Ende des Jahres entscheiden. Spätestens mit dem Wintersemester 2011/12 soll die neue Regelung, für die ein Teil des Universitätsgesetzes (UG) geändert werden muss, in Kraft treten. Aus Sicht des Wissenschaftsministeriums könnte die Studieneingangsphase ein bis zwei Semester umfassen, an deren Ende etwa eine Prüfung stehen könnte. Die genaue Ausgestaltung der Step wäre allerdings Sache der einzelnen Unis, heißt es aus dem Wissenschaftsministerium gegenüber der APA. Wer die Step erfolgreich absolviert, kann danach weiterstudieren. Für jene, die durchfallen, soll es die Möglichkeit einer oder mehrerer Wiederholungen geben.


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