St. Johann im Pongau ist Salzburgs Bezirk mit dem höchsten E-Auto Anteil

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Elektroautos sind am Land beliebter als in der Stadt.
Elektroautos sind am Land beliebter als in der Stadt. - © APA/dpa-Zentralbild/Jan Woitas
Im Bezirk St. Johann im Pongau hatten im Vorjahr bereits 2,3 Prozent der neuzugelassenen Pkw einen E-Motor. Das ist in Salzburg der höchste E-Pkw-Anteil, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Knapp dahinter folgt der Bezirk Zell am See, wo der Anteil der E-Pkw doppelt so hoch ist  wie in der Landeshauptstadt.

Landesweit hat sich die Zahl der E-Autos im Vorjahr mehr als verdoppelt. E-Pkw sind für ländliche Regionen sehr gut geeignet, auch in Form von E-Carsharing von Gemeinden und Wohnanlagen, betont der VCÖ.

Mehr als doppelt so viele Neuzulassungen als 2015

401 E-Pkw wurden im Vorjahr im Land Salzburg neu zu gelassen, das sind mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2015, macht der VCÖ aufmerksam. Der Anteil der E-Pkw an den Neuzulassungen ist in Salzburg mit 1,5 Prozent nach Vorarlberg der zweithöchste. Innerhalb Salzburgs ist der Bezirk St. Johann im Pongau der Spitzenreiter bei den E-Pkw (2,3 Prozent), knapp dahinter liegt der Bezirk Zell am  See (2,2 Prozent).

Am niedrigsten ist der E-Pkw- Anteil im Bezirk Tamsweg mit 0,7 Prozent, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Österreichweit ist der Waldviertler Bezirk Waidhofen an der Thaya der Spitzenreiter bei den Neuzulassungen von E-Pkw mit einem Anteil von 5,2 Prozent.

E-Auto ist kein Stadt-Auto

“Auffallend ist, dass der Anteil von E-Pkw bei den Neuzulassungen in zahlreichen Regionen viel höher ist als in den Städten. Die Annahme, E-Pkw wären Stadt-Autos ist falsch. Im Gegenteil, E-Pkw sind für dünner besiedelte Regionen ideal”, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. So haben die Bezirke St. Johann im Pongau und Zell am See einen doppelt so hohen E-Pkw Anteil wie die Stadt Salzburg. Ähnlich in Oberösterreich: Dort hat der Mühlviertler Bezirk Rohrbach einen fast dreimal so hohen Anteil an E-Pkw wie die Städte Linz und Wels.

In ländlichen Regionen ist der Anteil von Einfamilienhäusern hoch, die E-Pkw können einfach in der Garage aufgeladen werden. “Anstatt von Ölscheichs abhängig zu sein, kann man sich zudem mit einer Photovoltaik Anlage die Energie fürs Autofahren sogar selber erzeugen”, so VCÖ-Experte Gansterer.  Auch Firmenparkplätze sind gut geeignet, um Lademöglichkeiten anzubieten.

Reichweite ist kein Problem

Die Reichweite ist in der Regel kein Problem, auch in den Regionen sind neun von zehn Autofahrten kürzer als 50 Kilometer. Zudem gibt es immer mehr Gemeinden, die ihrer Bevölkerung E-Carsharing anbieten. In Niederösterreich gibt es in bereits rund 40 Gemeinden e-Carsharing, informiert der VCÖ. Auch Wohnanlagen sind sehr gut geeignet für E-Carsharing. Die Bewohnerinnen und Bewohner können sich so das Zweitauto und damit einiges an Geld sparen.

Ladeinfrastruktur ausbauen

Für die kommenden Jahre braucht es einen Ausbau der E-Ladeinfrastruktur in ganz Österreich. “Denn das Klimaabkommen von Paris, das Österreich ratifiziert hat, bedeutet den Ausstieg aus fossilen Energieträgern. Es bleiben nur noch 33 Jahre um den Verkehrssektor zur Gänze von Erdöl unabhängig zu machen”, verdeutlicht VCÖ-Experte Gansterer.

Damit E-Autos einen Beitrag zur Verringerung der klimaschädlichen CO2-Emissionen leisten, ist es wichtig, dass der Strom aus erneuerbarer Energie gewonnen wird, betont der VCÖ. Gleichzeitig ist der Energieverbrauch des Verkehrs zu reduzieren. Durch die Stärkung der Ortskerne und der Nahversorgung können die Distanzen reduziert werden und der Bevölkerung ist es leichter möglich, Erledigungen im Alltag zu Fuß oder mit dem Rad zu machen. Zudem ist das Angebot an öffentlichen Verkehrsverbindungen auszubauen.

Österreich kann Kompetenzzentrum werden

“Österreich hat gute Voraussetzungen,  Europas Kompetenzzentrum für umweltfreundliche Mobilität zu werden und damit viele Arbeitsplätze schaffen und sichern. Weltweit wird in den nächsten Jahren Know-How nachgefragt werden, um den Verkehr vom Erdöl unabhängig zu machen. Für das Exportland Österreich eine Riesenchance”, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest.

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