Staaten wollen Kampf gegen Ebola verstärken

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Hilfe im Kampf gegen Ebola zu zögerlich
Hilfe im Kampf gegen Ebola zu zögerlich
Die Teilnehmer des Europa-Asien-Gipfels in Mailand haben zu mehr internationaler Kooperation im Kampf gegen die Ebola-Epidemie aufgerufen. In der Abschlusserklärung wird die Ausbreitung des Virus als “ernsthafte Gefahr für die Gesundheit und Sicherheit auf der ganzen Welt” bezeichnet. Es müsse eine umfassende und koordinierte Strategie gegen die Krankheit geben, heißt es in dem Dokument.


EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso warnte bei dem Spitzentreffen, die Epidemie könne zu einer “schwerwiegenden humanitären Katastrophe” werden. Das Virus sei “nicht nur ein Problem einiger westafrikanischer Staaten”. An dem Gipfel nahmen bis Freitag rund 50 hochrangige Politiker aus Europa und Asien teil.

Der Militäreinsatz der USA im Kampf gegen Ebola nimmt immer größere Dimensionen an: Bisher wurden 540 Soldaten nach Westafrika entsandt. “Jede Woche kommen mehr dazu”, sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, am Donnerstag (Ortszeit) in Washington. Insgesamt sollen mindestens 4.000 US-Militärs in der Region zum Einsatz kommen. Die Soldaten sollen unter anderem logistische Unterstützung leisten und medizinisches Personal schulen.

Auch in Afrika wächst die Unterstützung für den Kampf gegen die verheerende Epidemie im Westen des Kontinents. Mehr als 600 Pflegekräfte, Ärzte und andere Helfer aus den Staaten der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) werden zum Einsatz in die Krisenregion entsandt. Das teilten die fünf EAC-Mitglieder Kenia, Uganda, Tansania, Ruanda und Burundi mit.

Indes lehnte US-Präsident Barack Obama Einreiseverbote für Menschen aus den Ebola-Krisenländern ab. Er habe zwar keine grundsätzlichen Vorbehalte gegen solche Verbote. Eine solche Maßnahme sei aber weniger effektiv als Tests an US-Flughäfen bei Reisenden aus Westafrika.

Mehrere Karibikstaaten wollen sich hingegen mit einem Einreiseverbot gegen Reisende aus Westafrika schützen. Jamaika verhängte die Sperre ab sofort für Menschen, die sich in den letzten 28 Tagen in Sierra Leone, Guinea und Liberia aufgehalten haben, wie aus einer Mitteilung des Ministeriums für Nationale Sicherheit am Freitag hervorging. Nach Medienangaben ergriffen sechs Länder des karibischen Staatenbundes Caricom ähnliche Maßnahmen.

Die Ebola-Angst verdarb Passagieren eines US-Kreuzfahrtschiffs den Karibik-Urlaub. Eine Mitarbeiterin des Krankenhauses in Texas, das den mittlerweile verstorbenen Ebola-Patienten Thomas Eric Duncan behandelt hatte, stand am Freitag auf dem vor Belize liegenden Schiff des Kreuzfahrtunternehmens Carnival Cruise unter Quarantäne. Der zentralamerikanische Staat alarmierte örtlichen Medienberichten zufolge seine Küstenwache, um zu verhindern, dass Touristen von Bord gehen.

Die nicht namentlich genannte Angestellte der Klinik Texas Health Presbyterian könnte nach Angaben der US-Seuchenkontrollbehörde CDC im Labor mit Körperflüssigkeiten von Duncan in Kontakt gekommen sein. Die Frau zeigte allerdings keinerlei Symptome und hätte zuletzt vor 19 Tagen mit Blutproben des Patienten hantieren können. Die Inkubationszeit von Ebola beträgt 21 Tage, ein Ausbruch der Krankheit wird mit zunehmender Zeit unwahrscheinlicher. Laut Carnival Cruise erklärte sich die Frau freiwillig dazu bereit, ihre Kabine nicht zu verlassen.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon rief unterdessen die Staatengemeinschaft zu einem wesentlich stärkeren Einsatz gegen Ebola auf. “Wir müssen Versprechen zu Taten machen. Wir brauchen mehr Ärzte, Pfleger, Ausrüstung, Behandlungszentren und Evakuierungskapazitäten”, sagte er in New York – das Problem sei “sehr ernst”. Bei zwei von sechs Verdachtsfällen in Spanien gaben die Behörden am Freitag Entwarnung. Nach dem Aufruf zu Spenden von einer Milliarde Dollar (790 Millionen Euro) sind inzwischen knapp 40 Prozent der Summe – 377 Millionen Dollar – eingegangen, wie ein Sprecher des UN-Nothilfekoordinators (Ocha) in Genf mitteilte.

Österreich hat insgesamt 500.000 Euro durch die Austrian Development Agency (ADA) für den Kampf gegen Ebola an Ort und Stelle bereitgestellt: 200.000 gehen an ein Präventionsprogramm von World Vision in Sierra Leone, um 2.700 Pfleger auszubilden, um das restliche Geld können sich NGOs wie Ärzte ohne Grenzen bewerben, die in Westafrika aktiv sind, teilte das Außenministerium am Freitag mit.

Die Zahl der Ebola-Toten stieg nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf mindestens 4.555. Insgesamt habe man mittlerweile 9.216 Fälle registriert, teilte die WHO am Freitag in Genf mit. Am schlimmsten ist die Situation nach wie vor in Liberia, wo die WHO bisher knapp die Hälfte aller Infektionen und mehr als die Hälfte aller Todesfälle zählte. Es folgen Sierra Leone und Guinea.

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