Stadt Salzburg will Pendler mit Maut zum Öffi-Umstieg bewegen

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Ein 700-Euro-Parkticket soll nach Vorstellungen der Stadt Salzburg die Pendler zum Umstieg auf Öffis bewegen (Symbolbild).
Ein 700-Euro-Parkticket soll nach Vorstellungen der Stadt Salzburg die Pendler zum Umstieg auf Öffis bewegen (Symbolbild). - © APA/Helmut Fohringer
Die Stadt Salzburg gibt offenbar den Pendlern aus dem Umland die Schuld an dem Verkehrschaos in der Landeshauptstadt, eine “Pendlermaut” in der Höhe von 700 Euro soll sie nun zum Umstieg auf Öffis bewegen. Gegen diesen Vorschlag formieren sich Wirtschaftskammer Salzburg und die FPS.

“60.000 Einpendler täglich sorgen in Salzburg dafür, dass im Verkehr immer öfter nichts mehr geht. Daher gibt es die Überlegung, ein 700-Euro-Parkticket pro Jahr einzuführen, das sie zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel bewegen soll”, heißt es in einer Pressemitteilung am Mittwoch.

Heinz Schaden will Umlandgemeinden in die Pflicht nehmen

Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) will dazu die Umlandgemeinden in die Pflicht nehmen: “Es ist ganz simpel: Wenn uns die Umlandgemeinden – mit löblicher Ausnahme Grödigs – beim Öffi-Ausbau im Regen stehen lassen, dann muss die Stadt andere Maßnahmen setzen.” Dass der Flachgauer Bürgermeister-Sprecher Markus Kurcz hier kein guter Partner sei, habe sich bereits beim Verkehrspaket gezeigt. “Da hat er mit Ignoranz geglänzt und die Vorschläge nicht einmal gescheit diskutieren wollen. Nun der Stadt medial auszurichten, dass das Parkticket kein Anreiz sei, auf Öffis umzusteigen, zeugt einmal mehr von Kurzsichtigkeit”, so Schaden.

Wirtschaftskammer erteilt “Pendlermaut” klare Absagen

Den Plänen von Bürgermeister Heinz Schaden und Planungsstadtrat Johann Padutsch, eine „Parkpauschale“ für Pendler einzuführen, erteilt der Obmann der Sparte Transport & Verkehr in der Wirtschaftskammer Salzburg, Peter Tutschku, eine klare Absage. „Die Pendler sind zum größten Teil Mitarbeiter von Unternehmen. Viele von ihnen sind auf das Auto angewiesen. Sie werden aber als Feindbild gesehen, weil sie Staus verursachen und Parkplätze in der Nähe ihrer Arbeitsplätze benötigen. Dass sie in Salzburg auch einkaufen, die Gastronomie beleben und für hohe Kommunalsteuereinnahmen sorgen, wird dabei gerne übersehen“, so Tutschku.

Auch FPS-stellt sich gegen die Pläne

Auch FPS-Landtagsabgeordneter Ernst Rothenwänder spricht sich deutlich gegen eine geplante Pendlerabgabe in der Stadt Salzburg aus. „Anstatt den öffentliche Nahverkehr zu optimieren und zu verbessern, werden wieder die Autofahrer zur Kasse gebeten. Bei der neuen Tarifgestaltung für die Jahreskarte in der Stadt Salzburg hat man es wieder verabsäumt, die Umlandgemeinden mit einem attraktiven Angebot einzubinden“, kritisiert Rothenwänder die Überlegungen.

Kosten ohne Alternative für NEOS unzumutbar

“Die von SPÖ und Bürgerliste geplante flächendeckende Einführung einer Dauerparkzone in der Stadt Salzburg kommt für uns NEOS zu früh. Bis zu 700 Euro Jahrespauschale für Einpendler in die Stadt Salzburg sind ohne entsprechende Alternativen nicht zumutbar. Diese Bestrafung der Pendler ist zum Scheitern verurteilt”, stellen NEOS Landessprecher Sepp Schellhorn und NEOS Klubobmann Sebastian Huber fest. Bevor man über die Einführung einer gebührenpflichtigen Kurzparkzone oder Bewohnerparkzone in der Stadt nachdenke, müsse man ein attraktives Öffi-Angebot für die tausenden Pendler schaffen.

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