Dritter “Finanzskandal”-Prozess: Gutachter verrechnete sich

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Die Verteidiger der Angeklagten bemühten sich, die Glaubwürdigkeit des Gutachters in Zweifel zu ziehen (Symbolbild).
Die Verteidiger der Angeklagten bemühten sich, die Glaubwürdigkeit des Gutachters in Zweifel zu ziehen (Symbolbild). - © Neumayr/Archiv
Am Freitag ist im dritten Salzburger “Finanzskandalprozess” der Gutachter Christian Imo, auf dessen Expertise sich die Anklage stützt, erneut einvernommen worden. Dabei räumte der Finanzexperte einen Fehler bei seinen Berechnungen ein, er habe sich um rund 160.000 Euro verrechnet.

In der Vorwoche hatte ein von der Verteidiger beauftragter Privatgutachter Imos Expertise stark in Zweifel gezogen.

Gutachter mit fehlerhafter Berechnungsformel

In der Berechnungsformel, die Imo verwendet habe, fehle in der mathematischen Formel nämlich ein “zum Quadrat”. Richterin Anna-Sophia Geisselhofer gab Imo daraufhin bis Freitag Zeit, sein Gutachten nachzurechnen. Konkret ging es dabei um die Barwerte der Swap-Geschäfte zum Zeitpunkt ihrer Übertragung an das Land.

Finanzskandal: Fehler laut Gutachter zu vernachlässigen

Die Kritik des Privatsachverständigen in der Vorwoche sei berechtigt gewesen, meinte Imo am Freitag. Der Fehler wirke sich aber nicht groß aus und sei zu vernachlässigen. Außerdem habe er die Berechnungen zugunsten der Angeklagten durchgeführt und einen Abschlag vorgenommen. Der Schaden liege nun bei 4,762 Millionen Euro, statt bei 4,926 Millionen Euro.

Verteidiger wollen Glaubwürdigkeit in Zweifel ziehen

Die Verteidiger der Angeklagten bemühten sich am Freitag erneut, die Glaubwürdigkeit des Gutachters in Zweifel zu ziehen, scheiterten aber mehrfach mit Anträgen. Die Bemerkung des Anwalts von Bürgermeister Heinz Schaden, dass bei richtiger Berechnung überhaupt kein Schaden entstanden sei, ließ die Richterin aber nicht gelten. Diese Behauptung sei ohne Substrat, der Gutachter habe das auch schlüssig dargelegt.

Wegen Untreue beschuldigt, teils als Beteiligte, sind in dem Strafprozess neben dem Bürgermeister der ehemalige Finanzreferent des Landes, Ex-LHStv. Othmar Raus (SPÖ), weiters der heutige Magistratsdirektor, der ehemalige Leiter der Finanzabteilung des Landes, Hofrat Eduard Paulus, der städtische Finanzdirektor sowie die ehemalige Budgetreferatsleiterin des Landes, Monika Rathgeber, und ihr damaliger Mitarbeiter im Referat. Alle außer Rathgeber haben bisher ihre Unschuld beteuert.

(APA)

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