Mehrheit laut Umfrage gegen Abschiebung von Lehrlingen

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Laut einer aktuellen Umfrage sprechen sich 43 Prozent dafür aus, dass abgelehnte Asylwerber zumindest Lehre beenden dürfen. (Symbolbild)
Laut einer aktuellen Umfrage sprechen sich 43 Prozent dafür aus, dass abgelehnte Asylwerber zumindest Lehre beenden dürfen. (Symbolbild) - © APA/dpa/Armin Weigel
Fast drei Viertel der Österreicher sind gegen die Abschiebung von Lehrlingen, die einen negativen Asylbescheid erhalten haben. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Unique research für das Nachrichtenmagazin “profil” hervor. In Salzburg sorgt aktuell der Fall des pakistanischen Lehrlings Ali W. für Schlagzeilen.

Sein Anwalt hatte diese Woche einen neuen Asylantrag eingebracht. Durch das Kirchenasyl habe sich ein sogenannter “Nachfluchtgrund” ergeben, hieß es am Diensta. Denn: der Kellner-Lehrling könnte in seinem Herkunftsland Pakistan vom Tod bedroht sein. Würde er in seine Heimat zurückkehren, sei diese Nähe zur römisch-katholischen Kirche gefährlich, Ali W. könnte sogar auf einer Todesliste stehen (wir haben berichtet). In der Vorwoche hatte der Verwaltungsgerichtshof informiert, dass ein Antrag auf außerordentliche Revision im Asylverfahren zurückgewiesen wurde.

55.000 Personen und über 500 Firmen als Unterstützer

Ali W. ist derzeit einer von rund 900 Lehrlingen mit Migrationshintergrund. Ein Drittel von ihnen droht die Abschiebung. Der oberösterreichische Landesrat Rudi Anschober (Grüne) hatte deshalb die Initiative “Ausbildung statt Abschiebung” gestartet. Knapp 55.000 Personen und über 500 Firmen unterstützen bisher die entsprechende Petition.

Nach dem ehemaligen Vizekanzler und ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner, Ski-Legende Hermann Maier oder Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky gab es diese Woche mit Spar-Chef Gerhard Drexel einen weiteren neuen prominenten Förderer der Initiative. Viele Branchen seien von einem Arbeitskräftemangel betroffen, so die Argumentation der Unterstützer. Junge Menschen, die arbeiten wollen und gut integriert sind, abzuschieben, widerspreche deshalb jeder Logik. Es sei ein Gebot der Menschlichkeit, diesen jungen Leuten auch eine Chance zu geben.

In der Umfrage für das Magazin “profil” sprechen sich 29 Prozent für ein generelles Bleiberecht nach der Lehre aus. 43 Prozent sind demnach der Meinung, die abgelehnten Asylwerber sollten zumindest die Lehre beenden dürfen. 21 Prozent unterstützen indes die Regierungslinie, wonach die Asylwerber gleich in ihre Heimatländer abgeschoben werden sollen.

(APA/S24)

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