Salzburger Hauptbahnhof: 54 Verletzte bei Zugunfall

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Beim einem Zugunfall am Salzburger Hauptbahnhof sind Freitagfrüh 54 Personen verletzt worden. Beim Zusammenkoppeln zweier Nachtzüge aus Zürich und Venedig prallten um 4.46 Uhr sieben von einer Verschublok geschobene Waggons auf sechs stehende Waggons. Der Aufprall war trotz geringer Geschwindigkeit so heftig, dass Reisende herumgeschleudert oder durch herunterfallende Gegenstände getroffen wurden.

Die insgesamt 54 Verletzte, darunter eine Schwerverletzte, wurden nach dem Zugunfall vom Roten Kreuz an Ort und Stelle versorgt und in weiterer Folge ins Landeskrankenhaus sowie in das Unfallkrankenhaus Salzburg eingeliefert. Die knapp 200 übrigen Fahrgäste wurden mit zwei anderen planmäßigen Zugverbindungen weitertransportiert.

Frau nach Zugunfall operiert

Der Großteil der 54 Verletzten konnte das Krankenhaus gegen Freitagmittag wieder verlassen. Allerdings haben sich die Verletzungen bei einer Frau als schwerer herausgestellt, als zunächst vermutet wurde: Sie musste nach Rippenbrüchen und einem Milzriss am Vormittag operiert werden, wie Udo Berger, stellvertretender Ärztlicher Leiter am UKH zur APA sagte. “Alle anderen Patienten, die zu uns gebracht wurden, konnten ambulant behandelt werden”, so Berger. Die Ärzte im Spital hätten es dabei vor allem mit Verletzungen wie Rissquetschwunden zu tun gehabt.

Im Uniklinikum Salzburg wurden 25 Patienten behandelt. “Darunter waren zum Glück keine Schwerverletzten. Hauptsächlich mussten Kopfverletzungen mit Platzwunden, verschiedene Prellungen und eine Sprunggelenksverletzung versorgt werden”, erklärte Jürgen Koehler, der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Salzburg, in einem kurzen Pressestatement.

Zugunfall bei Verschubarbeiten

Der Unfall hat sich ersten Erkenntnissen zufolge bei Verschubarbeiten auf dem Gleis 4 am Hauptbahnhof zugetragen. Dabei soll um exakt 4.46 Uhr eine Verschublokomotive auf den noch stehenden Nightjet 467, der von Zürich nach Wien unterwegs war, aufgefahren sein, teilt der Pressesprecher der ÖBB, Robert Mosser gegenüber SALZBURG24 mit. Warum das passieren konnte, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Wie Polizeisprecher Michael Rausch sagte, haben die Zugunfallkommission des Verkehrsministerium und das Landeskriminalamt bereits die Ermittlungen aufgenommen. Sie sollen klären, ob ein Defekt oder menschliches Versagen vorliegt.

Züge von Behörden freigegeben

Die Untersuchungen zur Unfallursache laufen auf Hochtouren. “Die beiden Personenzüge sind mittlerweile von den Behörden freigegeben worden”, sagte ÖBB-Sprecher Robert Mosser Freitagvormittag zur APA. Die Waggons sollen nun in den nächsten Stunden abtransportiert und die Gleise auf etwaige Schäden kontrolliert werden.

Hotlines für Angehörige eingerichtet

Von den ÖBB wurden zwei Hotlines für Angehörige verletzter Personen eingerichtet. Die Hotline im Landeskrankenhaus ist unter der Nummer 0572550, die Hotline im Unfallkrankenhaus unter der Nummer 05939344000 erreichbar. Man habe den Passagieren bei der Heim- und Weiterreise Unterstützung angeboten und werde mit jedem einzelnen Fahrgast Kontakt aufnehmen, sagte Mosser.

Keine Einschränkungen im Zugverkehr

Nach dem Unfall im Zug zurückgebliebenes Reisegepäck wurde von ÖBB-Mitarbeitern aus den Waggons gebracht und für die Verletzten aufbewahrt. “Wir haben jenen Personen, die nach der Behandlung im Krankenhaus wieder zum Bahnhof gekommen sind, auch ein Taxi angeboten.” Die unverletzten Fahrgäste wurden nach dem Unfall mit zwei planmäßigen Zügen weiter nach Wien gebracht. Durch den Vorfall kam es im übrigen Zugverkehr zu keinen Einschränkungen. Der Sachschaden sei laut Mosser momentan noch nicht abschätzbar.

Hauptbahnhof: 240 Fahrgäste in Nachtzug

Der Großteil der Fahrgäste dürfte beim Aufprall noch geschlafen haben. Die Verletzungen sollen ersten Informationen zufolge hauptsächlich durch herunterfallende Gegenstände verursacht worden sein. In den insgesamt 13 Schlaf- und Liegewagen sowie Sitzwaggons befanden sich rund 240 Fahrgäste. “Wir hatten dabei in beiden Zugteilen Verletzte zu verzeichnen”, sagte Mosser. Die bei dem Zusammenstoß unverletzt gebliebenen Fahrgäste wurden auf andere Züge umgeleitet. Für die Pendler gebe es aufgrund des Einsatzes aber keine Beeinträchtigungen, informiert Mosser weiter.

Großeinsatz am Salzburger Hauptbahnhof

Das Rote Kreuz Salzburg war mit insgesamt elf Fahrzeugen, 25 Sanitäterinnen und Sanitätern und einem Notarzt-Team vor Ort im Einsatz. Auch zahlreiche Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr sowie der Polizei waren vor Ort. Die ÖBB bedauern den Vorfall und werden mit allen betroffenen Fahrgästen umgehend Kontakt aufnehmen, teilte das Unternehmen am Vormittag per Aussendung mit.

(SALZBURG24/APA)

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