Salzburger Schützenkompanien: Drei Frauen unter 6.000 Männern

Barbara Barth und die Stille Nacht-Prangerschützen Arnsdorf . Barbara Barth beim einem Hochzeitsschiessen.
Barbara Barth und die Stille Nacht-Prangerschützen Arnsdorf . Barbara Barth beim einem Hochzeitsschiessen. - © Barbara Barth
Rund 6.000 Männer und drei Frauen – dies zeigt ein Blick auf die Zahl der aktiven Mitglieder der heimischen Schützenkompanien. Am kommenden Sonntag werden bei der 59. Anton Wallner-Gedenkfeier in Bruck an der Glocknerstraße wieder Fahnenabordnungen aller 109 Salzburger Schützenkompanien erwartet. Außerdem erhalten sechs verdiente Schützen Landesauszeichnungen.

Exakt 11.151 Mitglieder weist die Statistik des Landesverbandes für das Jahr 2016 auf, darunter sind auch etliche Frauen als Fahnenpatinnen oder Marketenderinnen. Anders ist das Verhältnis bei den aktiven Schützen: Hier finden sich drei weibliche Mitglieder und 5.923 Männer. Alle drei Schützinnen sind übrigens im selben Verein zu finden, nämlich bei den Stille Nacht-Prangerschützen Arnsdorf im Flachgau.

Von der Marketenderin zur aktiven Schützin

Wie fühlt sich eigentlich eine Frau in einer der letzten Männerbastion im Land? Barbara Barth aus Arnsdorf, eine der drei Schützinnen und zudem Schriftführer-Stellvertreterin, betonte: “Mir geht es sehr gut im Verein, alle sind total offen und es gibt einen guten Zusammenhalt. Jeder hilft jedem – und es ist lustig.”

Barth war früher Marketenderin, hat dann die Schussprüfung absolviert und ist vor fünf Jahren aktive Schützin geworden. Heute rückt sie mit aus “wenn es die Zeit zulässt und wenn es nicht all zu anstrengend ist”, sagte sie, denn ein Stutzen wiegt zwischen acht und 15 Kilogramm und der Rückstoß beim Schießen geht auf die Gelenke.

“Einer Kompanie können alle beitreten, die mindestens 16 Jahre alt sind und keine Vorstrafe haben, egal ob Frau oder Mann”, bestätigt auch Landesschützenkommandant Franz Meißl. Nachwuchsprobleme gebe es bei den Schützenkompanien nicht. “Es ist schön, dass sich viele junge Menschen für die Traditionen in Salzburg begeistern.”

Barbara Barth und die Stille Nacht-Prangerschützen Arnsdorf./Foto: Barbara Barth Barbara Barth und die Stille Nacht-Prangerschützen Arnsdorf./Foto: Barbara Barth ©

Anton Wallner-Gedenkfeier am 18. Februar im Pinzgau

“Die Wallner-Feier ist der einzige Anlass im Jahr, bei dem alle Kompanien zusammentreffen”, so Landesschützenkommandant Franz Meißl.

“Sonst sind es immer lokale oder regionale Anlässe, bei denen die Schützen aufmarschieren.” Mit der Gedenkfeier wird der Freiheitskämpfe 1809 der Tiroler und Salzburger gegen die Franzosen und Bayern gedacht. Sie findet jedes Jahr in einem anderen Bezirk statt. Diesmal werden bei der Veranstaltung in Bruck an der Glocknerstraße am 18. Februar (ab 8.00 Uhr) auch wieder mehrere Regierungsmitglieder mit Landeshauptmann Wilfried Haslauer an der Spitze erwartet. Haslauer ist Schirmherr aller Schützenkompanien des Landes und zudem Ehrenmitglied der Salzburger Festungs-Prangerstutzen-Schützen. Als Gäste mit dabei sind diesmal auch Schützen aus Matrei in Osttirol, die einen “Gegenbesuch” nach der Gedenktafelenthüllung für den Salzburger Freiheitskämpfer Anton Wallner im Juni 2017 absolvieren.

Salzburger Schützen seit 1278

Das Schützenwesen im Land Salzburg hat eine lange Tradition, die aus der Geschichte des Fürsterzbistums Salzburg resultiert. Sie lässt sich nachweislich bis ins Jahr 1278 mit der Gründungsurkunde des Oberndorfer Schifferschützen-Corps zurückverfolgen. Der “jüngste” Verein ist die Schützenkompanie aus Mauterndorf, die im Vorjahr anlässlich des Jubiläums 800 Jahre Marktgemeinde Mauterndorf gegründet wurde.

Der Landesverband der Salzburger Schützen besteht derzeit aus 109 Schützenkompanien im ganzen Land Salzburg. Es gibt 57 Kompanien Gewehrschützen, 40 Kompanien Prangerstutzenschützen und zwölf andere Kompanien.

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