Spektakuläre Baumarbeiten am Kapuzinerberg beginnen

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Ein spektakulärer Einsatz findet derzeit in der Stadt Salzburg rund um den Kapuzinerberg statt: Insgesamt 75 kaputte Bäume müssen per Hubschrauber aus der steilen, kaum begehbaren Nordwand geborgen werden. Straßensperren im Stadtgebiet gibt es keine. Der Kapuzinerberg darf allerdings nicht betreten werden.

Begonnen haben die Arbeiten am Montagmittag. Zunächst lieferte ein Hubschrauber an fünf Depots im Gelände Verbinder-Stahlseile. Diese müssen nun von Wucher-Baumkletterern sowie unterstützenden Bergputzern der Stadt an den 75 abzutragenden Bäumen befestigt werden, die allesamt beschädigt, absturzgefährdet, faul oder bereits abgestorben sind. Bei diesem so genannten “Anschlupfen” werden auch jene Äste entfernt, die einen Abtransport behindern würden. Größere abgeschnittene Äste werden dann am Ende der rund einwöchigen Vorarbeiten aus dem Gelände geflogen.

“Stehendabtragung” in zwei bis drei Tagen erledigt

Die eigentliche Hauptarbeit, das Abschneiden und Entfernen der Bäume, erfolgt dann – wenn es das Wetter zulässt – ab kommender Woche. In zwei bis drei Tagen werden die ausgesuchten Bäume “stehend abgetragen”. Das bedeutet, dass das vorbereitete Verbinder-Seil am jeweiligen Baum zunächst mit dem vom Hubschrauber herabhängenden Transportseil verbunden und dieser dann nach und nach von oben nach unten zersägt wird. Die abgesägten Stammteile werden jeweils umgehend zum Zwischenlager am Berg geflogen.

Die Baumteile werden beim Zwischenlager von Holzakkordanten mit Baggern manipuliert und weiterbearbeitet und schließlich mit zwei Traktoren samt Krananhängern zum Holzlagerplatz weiter unten am Kapuzinerberg transportiert.

Das Organisationsteam (v.li.): Thomas Türtscher (Firma Wucher), Stadtförster Manuel Kapeller, Ulrich Roider und Michael Haybäck (Amt für Öffentliche Ordnung) mit Bürgermeister Harry Preuner./Stadt Salzburg/Wildbild/Rohrer Das Organisationsteam (v.li.): Thomas Türtscher (Firma Wucher), Stadtförster Manuel Kapeller, Ulrich Roider und Michael Haybäck (Amt für Öffentliche Ordnung) mit Bürgermeister Harry Preuner./Stadt Salzburg/Wildbild/Rohrer ©

Berg während Hubschrauber-Flugzeiten gesperrt

“Für die Bevölkerung wichtig ist, dass sich während der Hubschrauber-Flugzeiten möglichst niemand im Freien auf dem Kapuzinerberg bzw. im unmittelbaren Fußbereich der Nordwand aufhalten sollte”, sagt der Leiter des Amtes für Öffentliche Ordnung Michael Haybäck, “mit entsprechenden Plakaten auf A-Ständern, Tafeln mit dem Hinweis ‘Befristetes forstliches Sperrgebiet’, Absperrbändern und Mitarbeitern als Sperrposten auf insgesamt sieben Zugangswegen und -steigen machen wir jeweils ganz aktuell auf die Situation aufmerksam. Wichtiger Hinweis: Nicht gesperrt ist die beliebte Aussichtsplattform beim Kapuzinerkloster. Für Anrainer bleibt die Zufahrt zum Kapuzinerberg 8, 8a, 10 und 10 a möglich.” Rund 10.000 Anrainer im angrenzenden Gebiet wurden von der Stadt bereits vorab mit Flugblättern per Postzustellung über die Arbeiten informiert.

HIER findet ihr einen detaillierten Plan des Einsatzgebiets.

Schutzwald wird stabiler und kräftiger

“Ziel der Maßnahme aus waldpflegerischer Sicht ist, den hier besonders wichtigen Schutzwald zu stabilisieren und zu kräftigen. Dazu verpflichtet uns das Forstgesetz. Die 75 Bäume werden einzeln aus dem Bestand geflogen. Durch ihre Entfernung gelangt wieder mehr Sonnenlicht auf den Waldboden, was sich günstig auf die Naturverjüngung auswirkt. Wenn nötig, wird ergänzend aufgeforstet”, betont Stadtförster Manuel Kapeller.

Laut Waldentwicklungsplan Salzburg wurde der gesamte Bereich des Kapuzinerbergs mit der Kennziffer 333 ausgezeichnet, was auf eine hohe Wertigkeit und auf ein besonderes öffentliches Interesse an der Wohlfahrts-, Erholungs- und Schutzfunktion hinweist, wobei die Schutzfunktion überwiegt. Die komplette Waldfläche am Kapuzinerberg ist etwa 80 Hektar groß, 60 Hektar davon befinden sich im Eigentum der Stadt. Insgesamt gibt es in der Stadt Salzburg ca. 1.200 Hektar Wald. Nur rund 165 Hektar davon gehören der Stadt.

Kapuzinerberg: Arbeiten kosten 80.000 Euro

Bürgermeister Harry Preuner (ÖVP) sagt: “Wir machen das zum Schutz der unterhalb der Nordwand befindlichen Anrainer und Verkehrsteilnehmer. Zuletzt wurden immer öfter abgebrochene Baumteile in den Fangnetzen hoch über der Glockengasse gefunden. Daher bin ich sehr froh, dass wir jetzt rasch handeln können. Und dafür auch einen einstimmigen Beschluss im Gemeinderat erzielt haben. Die Mittel von rund 72.000 Euro für die beauftragte Fachfirma sind vernünftig investiert. Summa summarum wird die Stadt rund 80.000 Euro für diese Schutzwaldsanierung ausgeben.”

Hubschrauber-Firma stellt Können unter Beweis

Durchgeführt werden die Arbeiten von der Firma Wucher mit Hauptsitz im Vorarlberger Ludesch und Filiale in Zell am See (Pinzgau).

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