Stickstoffdioxid: Belastung in Salzburg und Hallein am höchsten

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An vielen Messstellen war der Stickstoffdioxid-Wert zu hoch.
An vielen Messstellen war der Stickstoffdioxid-Wert zu hoch. - © DPA/Alexander Rüsche
Auch im Vorjahr wurde an zahlreichen Messstellen der Stickstoffdioxid-Grenzwert überschritten, macht der VCÖ aufmerksam. Am höchsten war die Belastung an der A12 bei Vomp in Tirol, auch in der Stadt Salzburg, in Hallein (Tennengau), Wien und Linz wurde der Jahresgrenzwert massiv überschritten.

Die Europäische Union hat gegen Österreich ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet, weil zwischen 2010 und 2014 die Grenzwerte nicht eingehalten wurden. Hauptverursacher sind Diesel-Fahrzeuge. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen für eine saubere Mobilität.

2015: 14 Messstellen Stickstoffdioxid-EU-Grenzwert überschritten

An mindestens 14 Messstellen wurde auch im Vorjahr der EU-Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) überschritten. Der VCÖ hat die Monatsberichte zur Luftqualität der Bundesländer analysiert, die Jahresberichte liegen noch nicht vor. Am höchsten war die Belastung erneut in Tirol: In Vomp wurde an der A12 ein Jahresmittelwert von 59 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft gemessen, erlaubt sind laut EU-Grenzwert maximal 40 Mikrogramm, laut österreichischem Grenzwert höchstens 35 Mikrogramm.

Zu viel Stickstoffdioxid in Stadt Salzburg und Hallein

Der VCÖ weist darauf hin, dass auch in der Stadt Salzburg, in Hallein, Wien, Linz, Kundl, Lustenau, an der A13 Brennerautobahn, in Enns, Feldkirch, Innsbruck und Hall in Tirol der EU-Grenzwert überschritten wurde. Für Graz liegen noch keine Daten für das Jahr 2015 vor, es ist aber davon auszugehen, dass auch hier die Belastung mit Stickstoffdioxid zu hoch war. Der VCÖ weist darauf hin, dass eine zu hohe Stickstoffdioxid-Belastung zu Atemwegserkrankungen und Lungenschäden führen kann. Vor allem für Kinder, deren Organe sich im Wachstum befinden, kann die zu hohe Schadstoffbelastung zu langfristigen Lungenschäden führen.

EU: Verfahren gegen Österreich wegen Grenzwerts

Das vergangene Woche von der EU gegen Österreich eingeleitete Vertragsverletzungsverfahren bezieht sich auf die Überschreitung der Grenzwerte im Zeitraum 2010 bis 2014. “Die Grenzwert-Überschreitungen im Jahr 2015 machen eine Verurteilung und damit einhergehende Strafzahlungen noch wahrscheinlicher”, befürchtet VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen.

Hauptverursacher: Dieselfahrzeuge

Hauptverursacher der zu hohen Stickstoffdioxid Belastung sind die Dieselfahrzeuge. In Österreich fahren 2,7 Millionen Pkw der insgesamt 4,75 Millionen Pkw mit Diesel. “Eine Ursache für die zu hohe Schadstoffbelastung ist, dass der Großteil der Dieselautos beim Fahren auf der Straße die Luft mit viel mehr Stickoxiden verschmutzen als der Laborgrenzwert vermuten lässt. Oder umgekehrt gesagt: Würden die Dieselautos jene Werte, die sie am Papier versprechen, auch beim Fahren auf der Straße einhalten, würde die Luftqualität deutlich besser sein”, fordert Rasmussen strengere Abgasgrenzwerte auf EU-Ebene und wirksamere Kontrollen.

Diesel: Niedriger besteuert als Benzin

Unverständlich ist zudem, dass Dieseltreibstoff in Österreich pro Liter um 8,5 Cent niedriger besteuert wird als Benzin, obwohl Dieselabgase mehr Schadstoffe enthalten. Der VCÖ weist darauf hin, dass eine jüngst veröffentlichte Studie des WIFO zeigt, dass die Steuerbegünstigung für Diesel rund 640 Millionen Euro pro Jahr beträgt. Wesentlich für die Luftqualität ist zudem mehr Kostenwahrheit im Lkw-Verkehr. Derzeit zahlt der Lkw-Verkehr nur einen Bruchteil der Kosten für verursachte Umwelt- und Straßenschäden.

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