Wetterphänomen synchronisiert Samenproduktion der Bäume

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Für Pollenallergiker ist die Belastung weiterhin hoch.
Für Pollenallergiker ist die Belastung weiterhin hoch. - © APA/AFP/Philippe HUGUEN
Die Eisheiligen verschaffen den Pollen-Allergikern diese Woche eine kleine Pause. Dieses Jahr ist die Belastung durch Blütenstaub besonders hoch, denn 2018 ist ein sogenanntes Mastjahr. Ein internationales Forschungsteam zeigte in einer Untersuchung, was die Samenproduktion der Bäume in ganz Europa beeinflusst: Verantwortlich sind Druckschwankungen über dem Nordatlantik.

Tränende Augen und juckende, geschwollene Nasen: Pollenallergiker haben es im Frühjahr nicht leicht, heuer trifft es sie aber besonders schwer. 2018 haben die Bäume besonders viele Samen produziert, genannt wird das Mastjahr. Das kommt in unregelmäßigen Abständen immer wieder einmal vor. Ausschlaggebend dafür ist einerseits das Wetter. Ist es im Februar und März noch recht kalt und wird anschließend schnell warm, blühen die Bäume gleichzeitig und in Rekordzeit. Die Pollenbelastung explodiert.

Leidenszeit fŸr Pollenallergiker

Phänomen im Nordatlantik beeinflusst Bäume

Doch nicht nur das heimische Wetter, auch ein Phänomen im Atlantik beeinflusst offenbar den Pollenflug. Als Nordatlantische Oszillation (NAO) bezeichnet man eine Schwankung des Druckverhältnisses über dem Nordatlantik zwischen dem Islandtief im Norden und dem Azorenhoch im Süden. Sie hat einen großen Einfluss auf das europäische Klima- und Wettergeschehen – und offenbar auch auf die Samenproduktion von Waldbäumen.

Mastjahre bedeuten große Menge an Samen

In sogenannten Mastjahren, die in unregelmäßigen Abständen vorkommen, produzieren Waldbäume enorme Mengen von Samen. Diese Überproduktion betrifft bestimmte Baumarten und kann sehr weit verbreitet über ganz Europa vorkommen. Die Wissenschafter unter der Leitung der Universitäten von Neapel und Liverpool und mit Beteiligung der Schweizer Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) haben die Mastjahre von Buchen und Fichten der vergangenen 190 Jahre in ganz Europa zusammengetragen. Dann verglichen sie diese für die letzten Jahrzehnte mit den NAO-Daten, berichten sie in einer Presseaussendung.

Blütenstaub in Massen gab es heuer auch am Starnberger See. Foto: APA/Peter Kneffel/dpa Blütenstaub in Massen gab es heuer auch am Starnberger See. Foto: APA/Peter Kneffel/dpa ©

Druckschwankung beeinflusst Samenproduktion

Wie die Berechnungen zeigen, hängen die Mastereignisse der vergangenen 60 Jahre sowohl mit den jährlichen als auch den jahrzehntelangen Schwankungen der NAO zusammen. So scheint die NAO zur Zeit der Blüte, aber auch im Winter und sogar im Vorjahressommer vor der Samenreife einen Einfluss auszuüben. Eine Rolle spielen dabei etwa die Nährstoffeinlagerung, die Anlage von Blütenknospen im Vorjahr oder eine erfolgreiche Bestäubung durch Wind im Mastjahr selbst.

Mehr Samen schützen Bäume vor Tieren

Eine starke NAO synchronisiert laut dem Befund das Klima in ganz Europa und kann die Samenproduktion bestimmter Baumarten großräumig beeinflussen. So könnten Bäume einer Art über große Distanzen hinweg gleichzeitig massenweise Samen produzieren, wodurch ihnen Samen fressende Vögel und Kleinsäuger weniger zusetzen können. Diese Tiere wiederum können sich in Mastjahren teilweise explosiv vermehren, was sogar eine Zeckenplage zur Folge haben kann.

Gräserblüte in Salzburg in vollem Gang

Salzburg befindet sich pollentechnisch derzeit laut Pollenwarndienst Salzburg bereits in der zweiten Hauptbelastungsphase. Die Gräserblüte ist in vollem Gange, Allergiker spüren die Auswirkungen bereits deutlich. In den Hochlagen, über 1.000 Metern, ist die Belastung durch Gräserpollen allerdings noch gering.

Die intensivste Blütezeit der Nadelbäume, hauptsächlich Fichte und Kiefer, geht mittlerweile zu Ende, in den Gebirgsgauen ist auch die Zeit der Birkenblüte vorbei. Dafür beginnt die Grünerle in den Mittelgbirgslagen zu blühen. Grünerlenpollen kann Erlen- und Birkenpollenallergiker betreffen. In Siedlungsgebieten können Walnuss, Platane, Robinie und Rosskastanie zu lokalen Belastungen beitragen.

Im Pollenspektrum befindet sich außerdem Pollen in wechselnder Konzentration von Eiche, Rotbuche, Lärche, Ahorn, sowie auch bereits von Linde und Holunder.

(APA/SALZBURG24)

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