Stantejsky-Prozess: Neue Belege, alte Protokolle

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Schwere Vorwürfe gegen Stantejsky
Schwere Vorwürfe gegen Stantejsky
Die dritte Tagsatzung im Arbeitsgerichtsprozess der entlassenen ehemaligen kaufmännischen Geschäftsführerin des Burgtheaters, Silvia Stantejsky, begann am Mittwoch mit einer Klarstellung: So hielt Richter Helge Eckert eingangs mit Blick auf die anwesenden Medienvertreter fest, dass er am Montag keineswegs die Sinnhaftigkeit des Verfahrens angezweifelt habe, wie am Prozesstag berichtet wurde.


Vielmehr wolle er festhalten, dass es in diesem arbeitsgerichtlichen Prozess um “existenzielle Bedürfnisse der Klägerin” gehe. Allerdings bestehe “eine gewisse Wechselseitigkeit” zum parallel laufenden Finanzstrafverfahren, in dem “dieselben Fragen” geklärt werden müssten. So sei das laufende arbeitsgerichtliche Verfahren “vielleicht ökonomisch nicht sinnvoll”, zumal “der Strafrechtler den Arbeitsrechtler sticht”.

Der Richter befasste sich zu Beginn der Verhandlung mit einem Vorbringen der Burgtheater-Anwälte, die mit Hilfe von Aufsichtsratsprotokollen zeigen wollen, dass Stantejsky die finanzielle Lage im Burgtheater vor dem Aufsichtsrat falsch kommuniziert habe. So habe sie die Finanzsituation im Rahmen einer Liquiditätsanalyse “verschleiernd dargestellt”. In Bezug auf eine im Aufsichtsrat getroffene Rückzahlungsverpflichtung von Schulden in Höhe von 750.000 Euro jährlich habe Stantejsky die finanzielle Situation verharmlost und den Zahlungen – die sie jetzt als unrealistisch bezeichnet – zugestimmt. Stantejskys Anwältinnen (Hornek Hubacek Lichtenstrasser Epler Rechtsanwälte OG) bestritten das Vorbringen. Stantejsky habe die Machbarkeit der Rückzahlungen nur unter der Voraussetzung für realistisch befunden, dass die Basisabgeltung erhöht werde.

Am Montag waren dieselben Protokolle von Stantejskys Anwälten dazu vorgelegt worden, um zu beweisen, dass ihre Mandantin den Aufsichtsrat immer über die finanzielle Lage aufgeklärt habe. Auch Stantejskys “unbefugtes Aufhalten” in Räumlichkeiten des Burgtheaters nach ihrer Suspendierung wurde nun als eigener Entlassungsgrund vorgebracht. Stantejskys Anwältinnen konterten: Bei einer Sitzung, bei der auch der kaufmännische Direktor Thomas Königstorfer anwesend gewesen sei, habe man gemeinsam beschlossen, dass Stantejsky weiterarbeiten solle, insbesondere auch bei der Erstellung des Jahresabschlusses “mithelfen”. Es sei ihr nicht untersagt worden, die Räumlichkeiten des Burgtheaters zu betreten, so die Anwältinnen, die stets von “nachgeschobenen Entlassungsgründen” sprechen und den “Anlassfall für die Entlassung vermissen” sowie auch deren Rechtzeitigkeit anfechten.

In weiterer Folge wurde auch die Echtheit von einzelnen Unterschriften auf Belegen in Frage gestellt, weiters waren erneut jene 9.000 Euro Thema, die Stantejsky im Jänner 2013 auf ihr Privatkonto überwiesen hatte. Ein von den Burg-Anwälten neu vorgelegtes Konvolut von Kassenbelegen (auch aus der Zeit, als Stantejsky nicht mehr kaufmännische Geschäftsführerin, sondern schon Matthias Hartmanns Ko-Direktorin war) sollte weiters zeigen, dass Stantejskys Buchhaltung nicht nachvollziehbar war. Um diese Urkunden zu lesen, wurde die Verhandlung für zehn Minuten unterbrochen.

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