Verletzte und schwere Schäden bei Erdbeben in Mittelitalien

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Epizentrum in der Provinz Macerata
Epizentrum in der Provinz Macerata - © APA (Symbolbild)
Nur zwei Monate nach dem verheerenden Erdbeben in Mittelitalien ist die Region am Mittwochabend erneut von zwei schweren Erdstößen erschüttert worden. Ein erstes Erdbeben der Magnitude 5,4 wurde um 19.11 Uhr gemessen und war auch in Rom deutlich zu spüren. Das Epizentrum lag demnach nahe der Provinzhauptstadt Macerata in der Region Marken. Keine Todesopfer wurden gemeldet.

Nach drei schweren Erdbeben, die am Mittwochabend die mittelitalienische Region Marke erschüttert hatten, haben tausende Menschen in der Region Marke die Nacht in Autos oder in Notunterkünften verbracht. Trotz heftiger Regenfälle verzichteten sie darauf, in ihre teils beschädigten Wohnungen zurückzukehren. Die Gemeinden organisierten Zelte und Notunterkünfte.

Mann stirbt nach Erdbeben

Wahrscheinlich in Folge des Erdbebens hat ein 73-Jähriger nach offiziellen Angaben einen Herzinfarkt erlitten und ist gestorben. Der Schock könnte den Infarkt ausgelöst haben, Todesopfer, die auf Schäden an Gebäuden zurückzuführen seien, wurden nicht gemeldet.

“Albtraumnacht” für Italiener

“Wir haben eine Albtraum-Nacht erlebt”, berichteten Betroffene. Die schlechte Wetterlage und Stromausfälle erschwerten den Einsatz der Feuerwehrmannschaften in den am stärksten betroffenen Ortschaften Ussita, Camerino, Visso und Castelsantangelo sul Nera. Erhebliche Sachschäden gab es auch in Arquata del Tronto, einer bereits beim Beben am 24. August schwer zerstörten Gemeinde. In der ganzen Region Marke sollten am Donnerstag die Schulen geschlossen bleiben.

Amatrice: Erneut Erdbeben in der Berggemeinde

Das Erdbeben war auch in Amatrice deutlich spürbar. Die Berggemeinde am Apennin war bei einem Erdbeben am 24. August völlig zerstört worden. Laut Medienangaben wurden auch in Arquata Einstürze gemeldet, einer der beim Erdbeben im August am schwersten beschädigten Gemeinden. Zu Problemen kam es auf der Via Salaria, einer Konsularstraße, die Rom mit den Marken verbindet. Die Straße wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt.

 

Erdbeben in Visso am stärksten

In Visso war der heftigste Erdstoß gemessen worden. Die Stärke variierte nach Angaben unterschiedlicher Erdbebenwarten zwischen 5,9 und 6,1 auf der Richter-Skala. Viele hatten hier wegen eines Vorbebens schon ihre Häuser verlassen und hielten sich im Freien auf. Das Krankenhaus der Kleinstadt Norcia in Umbrien, Heimatort des Heiligen Benedikts, wurde aus Sicherheitsgründen evakuiert. Die Patienten wurden in das Krankenhaus der Stadt Spoleto gebracht.

Erschütterungen auch in Rom

Zudem sei eine Kirche in der umbrischen Stadt Norcia beschädigt worden, der Geburtsstadt des Heiligen Benedikt (geb. 480). In der Kleinstadt waren auch nach dem Erdbeben vor zwei Monaten Sachschäden gemeldet worden. Zu spüren waren die Erschütterungen auch in Rom, wo es in einigen Vierteln zu kleinen Sachschäden bei Gebäuden kam. Das Außenministerium wurde aus Sicherheit evakuiert.

Experten vermuten Verbindung zu August-Erbeben

“Das Erdbeben ohne Ende”, titelte die römische Tageszeitung “La Repubblica”. “Als Mittelitalien dabei war, sich von der Katastrophe vom 24. August zu erholen, bebt die Erde wieder. Zum Glück gibt es keine Todesopfer”, kommentierte Zivilschutzchef Fabrizio Curcio. Seismologen schlossen nicht aus, dass die drei Beben am Mittwochabend mit dem verheerenden Erdstoß am 24. August verbunden sind.

Die Erdstöße ereigneten sich in jener Region, die erst Ende August von einem heftigen Beben getroffen worden war. Damals kamen 298 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen in der Ortschaft Amatrice. Der dortige Bürgermeister Sergio Pirozzi sagte, auch in seinem Ort sei es erneut zu Schäden gekommen. Viele Menschen verbrachten die Nacht in einer Sporthalle.

Nachbeben am Donnerstag

Weitere Nachbeben wurden am frühen Donnerstag gemeldet, zwei davon mit einer Magnitude über 4.0, teilte das nationalen Institut für Geologie und Vulkanologie mit. Ein Beben mit Magnitudo 4.1 wurde um 5.19 Uhr wahrgenommen. Es folgte ein weiteres um 4.4 um 5.50 Uhr.

Schulen bleiben geschlossen

Wegen der Erdbeben bleiben am Donnerstag mehrere Schulen in mittelitalienischen Städten, darunter Perugia, Terni, Ascoli Piceno und Assisi, sowie L’Aquila geschlossen. Die Sicherheit aller Schulen müsse überprüft werden, berichtete der Bürgermeister von L’Aquila, Massimo Cialente. 2009 hatten Erdstöße Teile von L’Aquila verwüstet, damals gab es 306 Tote.

Laut ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) wurde das Erdbeben am Mittwochabend vereinzelt auch in südlichen Teilen Österreichs in höheren Stockwerken als langsames Schwanken des Gebäudes wahrgenommen.

298 Menschen sterben in August bei Erdbeben

Erst vor zwei Monaten war Mittelitalien von einem verheerenden Erdbeben erschüttert worden. Bei dem Beben am 24. August mit einer Magnitude 6,0 kamen 298 Menschen ums Leben. Mehrere Städte wurden komplett zerstört. Das Epizentrum lag damals im Ort Amatrice in der Region Latium.

(APA)

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