Stichwahl entscheidet über Präsidenten in Uruguay

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Vazquez (l.) muss sich noch Stichwahl stellen
Vazquez (l.) muss sich noch Stichwahl stellen
Der neue Staatschef Uruguays wird Ende November in einer Stichwahl bestimmt. Bei der Wahl am Sonntag erreichte weder der linke Kandidat Tabare Vazquez noch sein konservativer Herausforderer Luis Lacalle Pou die absolute Mehrheit, wie die Wahlkommission nach Auszählung fast aller Stimmen am Montag bekanntgab. Letzterer erhält in der zweiten Runde die Unterstützung der konservativen Colorado-Partei.


Vazquez konnte den vorläufigen Ergebnissen zufolge 46,5 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Der 74-jährige war bereits in den Jahren 2005 bis 2010 Präsident Uruguays. Auf dem zweiten Platz landete der 42-jährige Lacalle Pou mit 31,1 Prozent.

Tausende Anhänger Vazquez’ versammelten sich nach der Verkündung erster Ergebnisse im Zentrum der Hauptstadt Montevideo. Viele von ihnen schwenkten Flaggen und veranstalteten Hupkonzerte. Vazquez entstammt der Partei des amtierenden Präsidenten Jose Mujica, der Frente Amplio (Breite Front). Der bei der Bevölkerung äußerst beliebte 79-Jährige durfte bei der Wahl aber nicht erneut antreten, weil die Verfassung zwei aufeinanderfolgende Mandate verbietet.

Um in der Stichwahl am 30. November eine Chance zu haben, muss Lacalle Pou die Wähler des drittplatzierten Pedro Bordaberry (13 Prozent) von der Colorado Partei für sich gewinnen. Dieser sagte am Sonntag seine Unterstützung zu und gab eine entsprechende Wahlempfehlung ab. “Es gibt weiterhin Hoffnung, wir werden mit jedem reden”, sagte Lacalle Pou seinerseits. Er wolle zudem um Wähler aus anderen Lagern werben.

Lacalle Pous Partidio Nacional (auch bekannt als Blancos) und die Colorados sind zwar traditionell verfeindet. Seit der Gründung der Frente Amplio haben sie sich jedoch wiederholt verbündet, um dem Linksbündnis den ersten Platz strittig zu machen.

In Uruguay fanden am Sonntag auch Parlamentswahlen statt. Prognosen zufolge dürfte die linke Regierungskoalition ihre Mehrheit verlieren. Damit könnte auch die Gesetzgebung zur weitgehenden Legalisierung von Marihuana wieder infrage gestellt werden. Lacalle Pou hatte im Wahlkampf versprochen, im Fall seines Sieges, das Gesetz nochmals diskutieren zu wollen.

Als weltweit erstes Land hatte Uruguay die Droge für den Anbau zu Hause sowie den Verkauf in Apotheken und an anderen Orten freigegeben, um einen regulierten Markt zu schaffen und die Drogenkriminalität einzudämmen. Der Großteil der Bevölkerung ist jedoch gegen die Legalisierung.

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