Stiftung Mozarteum erwarb Brief von Mozarts Schwester

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Maria Anna "Nannerl" Mozart
Maria Anna "Nannerl" Mozart - © APA (Stiftung Mozartteum)
Ein Original-Brief von Mozarts Schwester “Nannerl” aus dem Jahr 1799 mit Erinnerungen an ihren Bruder ist die neueste Errungenschaft der Stiftung Mozarteum Salzburg, der seit März die umfangreiche Sammlung an Originalen bereichert. Das Schreiben sei eines der persönlichsten und aufschlussreichsten Zeugnisse über dessen Kindheit, so die Stiftung am Donnerstag anlässlich der Präsentation.

Maria Anna, verheiratete Freifrau von Berchtold zu Sonnenburg, schrieb den Brief am 24. November 1799 in St. Gilgen an den Leipziger Musikverlag Breitkopf und Härtel. Er ist Teil einer von 1799 bis 1807 entstandenen Korrespondenz “Nannerls” mit dem Verlag mit insgesamt etwa 40 Briefen, von denen die Bibliotheca Mozartiana der Stiftung bereits den Großteil besitzt. Im nun ersteigerten Original beschreibt Mozarts Schwester mehrere Anekdoten aus der Kindheit des Komponisten, etwa den allabendlichen Zwiegesang Mozarts vor dem Schlafengehen mit seinem Vater Leopold oder die Komposition der 1. Symphonie in London, als kein Klavier angerührt werden durfte, weil der Vater schwer erkrankt war.

Ebenfalls kürzlich angekauft hat die Stiftung ein Porträt, das angeblich Maria Anna Mozart zeigt. Abgebildet ist eine recht vornehm gekleidete junge Dame im Alter von 14 bis 18 Jahren. Das Bildnis wurde schon im 19. Jahrhundert als ein Abbild der Maria Anna Mozart angesehen. Für die Stiftung ist die Glaubwürdigkeit als Nannerl-Porträt aber noch nicht hinreichend bestätigt. Es berge noch einige Fragen, die die Forschung noch länger beschäftigen werden.

Die weltweit einzigartige Sammlung an Autographen der Familie Mozart in der Stiftung Mozarteum Salzburg umfasst unter anderem etwa 200 Originalbriefe Mozarts, rund 300 Briefe seines Vaters Leopold und 100 autographe Musikhandschriften. Von “Nannerl” besitzt die Bibliotheca Mozartiana der Stiftung über 80 Briefe, Tagebuchblätter und andere Schriftstücke.

(APA)

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