Strache postete Kernstock-Hymne – Rot-grüne Kritik

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Erneut "rechter" Wirbel um HC Strache
Erneut "rechter" Wirbel um HC Strache - © APA
FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat am Nationalfeiertag auf Facebook eine Strophe der Hymne der Ersten Republik und des Ständestaates vom “Hakenkreuzlied”-Dichter Ottokar Kernstock gepostet. Dies, aber auch seine Bürgerkriegs-Warnung und Herbert Kickls Auftritt beim Rechten-Treffen empört SPÖ und Grüne. Sie vermissen eine Distanzierung des Hofburg-Kandidaten Norbert Hofer von solchen Ansagen.

“Zuerst fantasiert Strache einen Bürgerkrieg in Österreich herbei, dann postet er eine Strophe der Austrofaschismus-Hymne des Nazi-Dichters Kernstock, übrigens auch der Autor des Hakenkreuzlieds. Und ihr Präsidentschaftskandidat Hofer denkt nicht daran, sich von all dem zu distanzieren, sondern verteidigt Strache auch noch”, kritisierte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler am Donnerstag. Er forderte “die FPÖ samt Präsidentschaftskandidat Hofer auf, vom Verbreiten von Hetze und Hass Abstand zu nehmen”.

“Erschreckende” Radikalisierung der FPÖ

Der Grüne Abgeordnete Karl Öllinger ortet eine “erschreckende” Radikalisierung der FPÖ: “Innerhalb kürzester Zeit werden von den Spitzen der FPÖ so ziemlich alle politischen Schamgrenzen gesprengt”, erinnerte er auch an die “Hassorgien blauer Fans” auf Straches Facebook-Seite. Hofer versuche, sich vom “Narrensaum” zu distanzieren. Aber sein Wahlkampfleiter FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl wolle “ausgerechnet diesem ‘Narrensaum’ der FPÖ an diesem Wochenende seine Aufwartung machen und beim Linzer Kongress der rechtsextremen ‘Verteidiger Europas’ eine Rede halten”.

Heftige Kritik an Strache und Kickl

Noch nie sei “die Sympathie der FPÖ für die Rechtsextremen so offen zur Schau getragen” worden wie durch Kickl, aber auch durch Strache, der “die Bürgerkriegsrhetorik der Rechtsextremen als politische Position der FPÖ übernommen hat”, sieht Öllinger die FPÖ “am äußersten rechten Rand”.

Strache hat am gestrigen Nationalfeiertag auf Facebook ein Foto von sich vor der Österreich-Fahne und dem Parlament veröffentlicht und darunter eine Strophe der Hymne der Ersten Republik. Ottokar Kernstock hatte diese 1920 zur Melodie der Kaiserhymne – unter dem Titel “Deutschösterreichische Volkshymne” – verfasst. 1929 wurden Text (“Sei gesegnet ohne Ende”) und Melodie zur Bundeshymne erklärt – die auch im austrofaschistischen Ständestaat bis 1938 beibehalten wurde. 1923 hatte Kernstock das “Hakenkreuzlied” für die Fürstenfelder Ortsgruppe der Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei (DNSAP) geschrieben.

(APA)

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