“Straight White Men” hinterfragte Lebensbilder

Akt.:
Ein Vater und seine drei Söhne treffen sich zu Weihnachten zu Hause und diskutieren bei dieser Gelegenheit, was sich jeder so vom Leben wünscht und welche Rollenbilder er erfüllt oder erfüllen muss. Young Jean Lee bringt die Thematik in “Straight White Men”, das am Freitag im “steirischen herbst” Premiere hatte, als ganz konventionelles Drama.


Die Bühne sieht aus wie für eine beliebige Boulevard-Komödie: Ein Sofa, ein Kasten, ein Schreibtisch, später in der Ecke ein Christbaum, ein Bücherschrank. Der erste Teil hat auch durchaus komische Momente, wenn die erwachsenen Söhne mit dem Vater die Weihnachtsfeiertage verbringen und einender nichts Wesentliches sagen wollen. Sie halten an Kindheitsritualen wie karierten Pyjamas oder dem Vorlesen aus einem Buch fest, um die Unsicherheit zu überspielen.

Der eine Sohn hat zwar sein Plansoll mit Karriere, Familie und gesunder Lebensweise erfüllt, ist aber frisch geschieden und weiß nicht so recht, wie sehr er noch Stärke herauskehren soll, um keine Schwäche zu zeigen. Der Jüngste ist mit seinen Büchern ganz erfolgreich und hinterfragt therapeutenmäßig alles – auch sich selbst, weil er offenbar immer noch nicht weiß, was er wirklich von sich erwartet. Der dritte Sohn lebt beim Vater und ist in den Augen der anderen irgendwie gescheitert, weil er es trotz seiner Begabung nicht einmal zu einem ordentlichen Job geschafft hat. Der Vater versteht die Probleme der Söhne nicht wirklich, er hat sein Leben genauso gelebt, wie es von ihm erwartet wurde, ohne zu überlegen, ob es ihm gefällt oder nicht.

Im ersten Teil durchbricht der Humor immer wieder die Anschuldigungen und ersten Gespräche, was aber viele Äußerungen umso eindringlicher wirken lässt. Die leicht dahingesagten Bemerkungen offenbaren oft mehr Schmerz und Angst, als es die tiefernste Gesprächsrunde nach der Pause tut. Austin Pendelton ist ein liebenswürdiger Vater, der immer wieder frühere Härte aufblitzen lässt. Peter Simpson als vordergründig erfolgreicher Jake, James Stanley als unabgepasster Matt und Gary Wilson als Familienclown Drew geben ihren Figuren scharfes Profil.

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