Lufthansa-Piloten streiken am Mittwoch

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Die Arbeitsniederlegung ist zwischen 5.00 und 20.00 Uhr geplant
Die Arbeitsniederlegung ist zwischen 5.00 und 20.00 Uhr geplant - © APA (dpa)
Die Reisepläne Zehntausender Lufthansa-Passagiere lösen sich wegen eines Pilotenstreiks in Luft auf. Bestreikt werden am Mittwoch alle Lufthansa-Flüge auf der Kurz- und Langstrecke, die in Deutschland abheben, wie die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit am Montag mitteilte. Zuvor hatte die Arbeitnehmervertretung die Lohnverhandlungen mit der größten deutschen Airline für gescheitert erklärt.

Es wird der mittlerweile 14. Streik in dem seit Jahren schwelenden Arbeitskonflikt. Der Ausstand der Piloten sei der falsche Weg, teilte die AUA-Mutter Lufthansa mit. Ein Ersatzflugplan sei in Arbeit und werde auf der Firmenseite LH.com veröffentlicht. “Lufthansa arbeitet mit allen Kräften daran, Kunden bestmöglich zu informieren und sie, wenn möglich, auf andere Airlines oder Verkehrsmittel umzubuchen.”

Über einen Zeitraum von fünf Jahren bis April 2017 verlangt die Vereinigung Cockpit (VC) für die 5.400 Flugzeugführer der Lufthansa Tariferhöhungen von zusammen 22 Prozent. Die Pilotengewerkschaft VC hatte am vorigen Mittwoch erneut den Vorschlag des Unternehmens abgelehnt, in eine Schlichtung zu den offenen Gehaltsverhandlungen einzusteigen. Auch andere Tarifthemen wie die Übergangsrenten sind nach wie vor ungelöst. Der vorherige Tarifvertrag ist Ende April 2012 ausgelaufen, wirkt aber mit unveränderten Tarifgehältern fort.

Die VC bezifferte die von ihr verlangte jährliche Tarifsteigerung auf 3,66 Prozent. Diese Forderung liege unter den meisten Lohnforderungen anderer Gewerkschaften im vergleichbaren Zeitraum. “Die Lufthansa weist seit Jahren sehr gute Zahlen aus. Nach dem Rekordergebnis im vergangenen Geschäftsjahr steuert der Konzern in 2016 erneut auf ein hervorragendes Ergebnis zu. Dass der Konzernvorstand und der Aufsichtsrat dies genauso sehen, lässt sich an der Grundgehaltserhöhung des Vorstandes von bis zu 30 Prozent und der noch stärkeren Erhöhung der Aufsichtsratsbezüge in den vergangenen Jahren ablesen”, so VC-Vorstandsmitglied Jörg Handwerg.

Lufthansa hat nach eigenen Angaben ein Lohnplus von 2,5 Prozent für den 20 Monate längeren Zeitraum bis Ende 2018 angeboten. Das Unternehmen hatte vorige Woche versucht, den drohenden Pilotenstreik mit einer Schlichtung in letzter Minute abzuwenden. Neben der Gehaltsfrage sind auch andere Tarifthemen wie die Betriebsrenten und die Übergangsversorgung nach wie vor ungelöst.

Hinter den Kulissen tobt noch ein weiterer und wesentlich härter Konflikt um Eurowings. Die Piloten sehen durch den Ausbau der Billiglinie langfristig ihre Jobs gefährdet, weshalb sie das Wachstum begrenzen wollen. Die Lufthansa sieht hingegen in der Expansion eine strategische Weichenstellung, die nicht mit den Arbeitnehmern abgesprochen werden muss.

Nicht nur Lufthansa-Passagiere müssen um ihren Flug zittern: Bereits für Dienstag ruft Verdi die Flugbegleiter der Lufthansa -Billigflugtochter Eurowings zum ganztägigen Ausstand auf. Betroffen seien die 23 Eurowings-Flugzeuge an den Standorten Düsseldorf und Hamburg, sagte ein Eurowings-Sprecher.

(APA/dpa/ag.)

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