Der Streit über die Orchester-Ordnung am Mozarteum droht zu eskalieren. - © Wildbild
Zudem sei es nicht einzusehen, dass die Universität Eintrittsgeld verlange für Konzerte, die zugleich Prüfungen für Dirigenten sind. “Prüfungen müssen grundsätzlich frei zugänglich sein.” Unzufrieden sind die Studenten auch mit der Auswahl der Stücke. “Das Spielen einer Oper von Cimarosa lehrt uns nur, wie fad dieser Beruf sein kann. Wir müssen die zentrale Orchesterliteratur etwa von Beethoven, Schubert oder Mozart kennenlernen. So aber fühlen wir uns wie Versuchskaninchen für Dirigierstudenten und der Universität, die das Orchester nur als Profilierungs-Instrument sieht.”
Vize-Rektor Hagen und Rektor Reinhart von Gutzeit betonten gegenüber der APA, dass sie das Gutachten der Wiener Kanzlei zur Orchester-Ordnung nicht kennen, aber selbstverständlich gesprächsbereit seien. “All die geschilderten Probleme sind intern lösbar. Wenn eine Mehrzahl der Studenten das will, dann können wir etwa die Feiertags-Proben sofort streichen. Die dürften aber im Interesse vieler Studenten sein, weil sich damit Produktionen zeitlich besser bündeln lassen.” Und Hagen ergänzt, dass die Mitwirkung an zusätzlichen, über den Lehrplan hinausreichenden Orchesterproduktionen prinzipiell nur freiwillig seien. “Wenn jemand dafür keine Zeit hat, können wir ihn gar nicht verpflichten. Druck ist da sicher nie ausgeübt worden.”
Für Gutzeit sind die Probleme mit den unbeliebten Diensten in den Hochschulorchestern weltweit gleich und so alt wie die Kunstuniversitäten selbst. “Aber eines muss den Studenten schon klar sein: Ein gut funktionierender universitärer Orchesterbetrieb ist zentraler Teil ihrer Berufsausbildung. Und er ist auch eine Frage des Gemeinschaftsdienstes an den Mitstudenten. Schließlich sind etwa Dirigenten, Opernsänger und Instrumentalsolisten entscheidend auf ein gutes Orchester angewiesen.”