2. Mai 2011 15:25; Akt.: 2.05.2011 15:25

Streit um Werbung auf Baugerüsten in der Salzburger Altstadt

Streit um Bikini- und Strandschönheiten auf Werbeplakaten an Gebäuden in der Salzburger Altstadt. Streit um Bikini- und Strandschönheiten auf Werbeplakaten an Gebäuden in der Salzburger Altstadt. - © Wildbild/Archiv
2007 war es ein überdimensioniertes Bikini-Mädchen, das den Südturm des Salzburger Doms zierte, vor wenigen Wochen ein riesiges Cabrio auf der Fassade des Rathauses: Werbung wirkt nicht nur, sie regt mitunter auch auf.

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Insbesondere, wenn sie auf Baustellen-Gerüsten im historischen Zentrum der Mozartstadt unübliche Größen erreicht. Vor der Einhausung des Mozartstegs, der ab Juni saniert wird, hat nun Bau-Stadträtin Claudia Schmidt (ÖVP) verärgert die Notbremse gezogen.

Auslöser war die Rathaus-Sanierung. Noch vor der baulichen Notwendigkeit verschwand dieses historische Gebäude hinter einem Gerüst, von dem salzachseitig fortan ein monströses Cabrio prangte. 75.000 Euro war dem Autokonzern die prominente Werbefläche wert. Vermieter ist der Bauherr, die Stadt Salzburg. Doch die ist auch für den Altstadtschutz zuständig, und die dafür zuständige Abteilung erließ Anfang April einen Beseitigungsauftrag, weil das Werbesujet nicht in das hochsensible Ortsbild passte. Vor der zwangsweisen Entfernung wurde dann das Plakat gegen ein kleineres, gerade noch altstadttaugliches gewechselt.

Auch für die anstehende Sanierung des Mozartstegs über die Salzach – er verbindet linke mit rechter Altstadt – wollte die Bau-Stadträtin die Einhausung vermieten, da wegen der “staubintensiven Sandstrahlarbeiten” ohnehin ein Baustellennetz notwendig wird. Ingeborg Haller, Gemeinderätin der Bürgerliste (die Grünen in der Stadt Salzburg), hingegen forderte eine künstlerische Gestaltung der Einhausung, blitzte damit aber bei den anderen Parteien ab.

Doch nun wird es auch keine Werbeeinnahmen geben. Nach “den leider negativen Erfahrungen beim Projekt Rathaus”, so Schmidt in einer Anfragebeantwortung, “steigen uns jetzt die Werbefirmen aus, sie garantieren keine Mieten mehr”, sagte die Stadträtin am Montag zur APA. “Und für 5.000 Euro Einnahme ist mir dieser einmalige Platz zu schade”, verabschiedete sie sich nun vom Vorhaben, die Einhausung des Steges zu vermieten.

Für die Zukunft fordert die Stadträtin klare Richtlinien für Werbung auf Baustellen und ortet hier Säumigkeit beim für den Ortsbildschutz zuständigen Stadtrat Johann Padutsch (ebenfalls Bürgerliste). Was der umgehend zurückwies: Solche Richtlinien gebe es längst, und genau auf deren Basis sei beim Rathaus eingeschritten worden. Darin ist zum Beispiel vorgeschrieben, dass die verdeckte Fassade des Gebäudes auf dem Netz rekonstruiert (gespiegelt) werden muss. “Das Werbesujet hat sich nach Größe, Proportion, Farbe und grafischer Gestaltung in die Struktur und die Gestaltung des am Baunetz rekonstruierten Fassadenbildes einzufügen”, heißt es in Punkt 4 der Richtlinien (Einfügungsgebot des Werbesujets in das Ortsbild), die der APA vorliegen.

Aber auch mit dem Nein der Stadträtin ist Ingeborg Haller nicht wirklich zufrieden: “Werbung und Kunst müssen sich nicht ausschließen.” Sie wird am Dienstag im Bauausschuss des Gemeinderates das Netz am Mozartsteg noch einmal thematisieren. (APA)



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