Strucker-Kaserne fällt Bundesheer-Umstrukturierung zum Opfer

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Sparen an allen Ecken und Enden
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Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) hat am Freitag sein lange erwartetes Reformkonzept fürs Bundesheer 2018 der Öffentlichkeit präsentiert. Insgesamt sollen 13 Kasernen, darunter auch die Lungauer Strucker-Kaserne, geschlossen werden. Die Militärmusikkapellen will Klug von neun auf vier stutzen.

Ordentlich reduziert werden die schweren Waffen. Man konzentriere sich nun auf die “einsatzwahrscheinlichsten” Aufgaben.

13 Kasernen auf Schließungsliste

Von den 13 Kasernen auf der Schließungsliste waren sechs bereits zur Verwertung vorgesehen. Betroffen sind fast alle Bundesländer: Geschlossen werden sollen die Goiginger-Kaserne in Bleiburg (Kärnten), in Niederösterreich die Radetzky-Kaserne in Horn, die Magdeburg-Kaserne in Klosterneuburg und der Kornellhof in Wiener Neustadt. In Oberösterreich soll es die Hiller-Kaserne in Ebelsberg, die Tilly-Kaserne in Freistadt und die Garnisonstraße in Linz treffen. In letzterem Gebäude war bis jetzt die Stellungsstraße untergebracht – sie wird innerhalb Oberösterreichs nach Hörsching verlegt. Als weitere Sparmaßnahme ist auch die Reduzierung der schweren Waffen angedacht. Wie die Umstrukturierung des Bundesheeres im Detail aussieht, haben wir euch in einem eigenen Bericht zusammengefasst.

Die Maßnahmen in Salzburg

Die Planungen des Verteidigungsministeriums sehen konkret eine Schließung der Strucker-Kaserne in Tamsweg und eine Auflösung der Militärmusik vor. Das Fliegerabwehrbataillon 3 in der Schwarzenberg-Kaserne soll aufgelöst, das Gebirgskampfzentrum in Saalfelden hingegen aufgewertet werden. Die Neuaufstellung von zwei weiteren Miliz-Jägerkompanien ist vorgesehen. Das Pionierbataillon 2 in Salzburg soll sich im Bereich Gebirgsbeweglichkeit spezialisieren.

Haslauer: “Salzburg geschwächt”

In einer ersten Reaktion hielt Landeshauptmann Wilfried Haslauer fest: “Ich nehme das Papier als das zur Kenntnis, was es ist: eine Verhandlungsgrundlage, auf deren Basis mit dem Regierungspartner und mit den Ländern Verhandlungen aufgenommen werden.” Deutlich sprach sich Haslauer auch für den Erhalt der Strucker-Kaserne aus: “Salzburg hat bereits in der Vergangenheit seinen Beitrag zur Straffung der Kasernenstrukturen erfüllt, denkt man nur an die Schließung der Struberkaserne, der Riedenburgkaserne, der Rainerkaserne, die Außernutzungnahme des Truppenübungsplatzes Aualm, die Schließung der Munitionslager in Lofer und Loig, sowie an die schrittweise Verkleinerung der Schwarzenbergkaserne. Der Militärstandort Salzburg ist mit allen diesen Maßnahmen geschwächt worden, die Schließung einer weiteren Kaserne ist neben den spezifischen regionalen Verhältnissen auch in Hinblick auf die Aufrechterhaltung der Sicherheit und des Katastrophenschutzes nicht akzeptabel”, so Haslauer.

“Militärmusik ist Werbeträger”

“Auch die Militärmusik Salzburg ist von den Schließungsplänen betroffen. Diese ist im gesamten Bundesland und darüber hinaus fest verankert und einer der wichtigsten Werbeträger in unserer Bevölkerung für das Bundesheer. Ihr Bestand kann nicht durch das Auftreten anderer Militärmusiken gleichwertig ersetzt werden. Der kulturelle Schaden und Imageverlust für das Bundesheer stehen in diesem Fall in keinem Zusammenhang mit dem Nutzen durch die Einsparungen”, so Haslauer.

Salzburger wollten Strucker-Kaserne

In einer von SALZBURG24 initiierten Umfrage sprach sich die Mehrheit der Salzburger diese Woche für die Erhaltung der Tamsweger Strucker-Kaserne aus. Insgesamt meinten 78 Prozent, dass der Lungau die Kaserne braucht. Knapp 24 Prozent glauben, dass das Bundesheer sparen muss. Immerhin knapp sieben Prozent ist der Verbleib der Kaserne egal.

Screenshot der Umfrage. Stand 3. Oktober, 7.30 Uhr. Screenshot der Umfrage. Stand 3. Oktober, 7.30 Uhr. ©

 

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