Studenten in Hongkong drohen mit Gebäudebesetzung

Akt.:
Ruhe vor dem Sturm
Ruhe vor dem Sturm
Bei den Demonstrationen für mehr Demokratie in Hongkong haben Studentenführer mit einer Besetzung wichtiger Regierungsgebäude gedroht. Sollte Verwaltungschef Leung Chun-ying nicht bis Donnerstag zurücktreten, wollen sie ihre “Aktionen verschärfen”. Es gebe keinen Raum für Dialog. Die Proteste überschatteten am Mittwoch den chinesischen Nationalfeiertag.


Mehrere zehntausend Menschen demonstrierten auf den Straßen im Zentrum der Sonderverwaltungszone für mehr Demokratie, während auch international der Zuspruch für die Protestbewegung wuchs. Unterdessen verschärften die chinesischen Behörden ihr Vorgehen gegen Unterstützer der Proteste: Menschenrechtsgruppen zufolge gab es in China mehrere Festnahmen.

In der Früh quittierten Demonstranten in Hongkong das traditionelle Hissen der Flaggen Chinas und Hongkongs auf dem Golden Bauhinia Square zum 65. Jahrestag der Gründung Chinas mit Buhrufen. Trotz heftigen Regens hatten viele Unterstützer der Bewegung, die inzwischen “Regenschirm-Revolution” genannt wird, die Nacht erneut im Freien verbracht.

An der Zeremonie im Kongresszentrum der Stadt zum chinesischen Nationalfeiertag nahmen neben Leung und Chinas wichtigstem Vertreter Zhang Xiaoming weitere Ehrengäste vom Festland teil. Leung sagte anschließend, es sei zwar verständlich, wenn es unterschiedliche Meinungen zu den erwünschten Reformen gebe, jedoch seien “allgemeine Wahlen” allemal besser als keine. Gleichzeitig beschwor er die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit zwischen Hongkong und Peking.

Die Demonstranten in Hongkong stemmen sich gegen eine Wahlreform: Zwar soll die dortige Bevölkerung 2017 erstmals direkt einen Verwaltungschef wählen dürfen, jedoch will die Zentralregierung in Peking zuvor ihr genehme Kandidaten auswählen, um so ihren Einfluss zu sichern. Es sind die größten Proteste seit der Rückgabe der britischen Kronkolonie an China im Jahr 1997.

Da Mittwoch und Donnerstag in Hongkong Feiertage sind, bekamen die Kundgebungen noch mehr Zulauf. Chan Kin Man, einer der Mitbegründer der Bewegung Occupy Central, entschuldigte sich bei den Bewohnern Hongkongs, da die Proteste seit Tagen den Finanzbezirk der Metropole lähmen. “Wir hoffen, dass wir mit diesen kurzen Unannehmlichkeiten letztlich ein faireres System bekommen”, sagte er. “Wir tun das nicht, um Hongkong zu schaden.” Occupy Central gehört zu den Hauptorganisatoren des Protests, in dem auch Studenten und Schüler höchst engagiert sind.

Die Protestierenden fordern, dass Peking sich nicht in die Wahlen einmischt, außerdem verlangen sie Leungs Rücktritt. Der unpopuläre Verwaltungschef hatte die Demonstranten am Dienstag seinerseits aufgefordert, ihre seit Sonntag anhaltende “illegale” Besetzung des Finanzdistrikts sofort einzustellen.

Der Vorsitzende des Hongkonger Studentenverbandes, Alex Chow, drohte mit einer weiteren Ausweitung der Proteste, sollte die Regierung bis Donnerstag nicht auf die Forderungen reagieren. Die Führung in Peking machte aber bereits deutlich, dass sie zu keinen Zugeständnissen bereit ist.

Die chinesischen Behörden nahmen in den vergangenen Tagen offenbar in ganz China zahlreiche Aktivisten fest, die die Proteste in Hongkong unterstützten. Der Organisation China Human Rights Defenders (CHRD) zufolge wurde mindestens ein Dutzend Unterstützer unter anderem in den Metropolen Shenzhen, Shanghai und Guangzhou nahe Hongkong festgesetzt. Einige hatten Informationen über die Proteste veröffentlicht, andere hatten sich damit solidarisiert. Die Organisation Amnesty International sprach von mindestens 20 Festnahmen und 60 weiteren Personen, die befragt worden seien.

Leserreporter
Feedback


Aktuelle News

- Oberndorfer Krankenhaus: Hofra... +++ - Wieder zahlreiche Einbrüche in... +++ - Opposition will Auskunft über ... +++ - Stadt Salzburg beschließt Reko... +++ - Niki-Pleite: Eurowings will Ni... +++ - Landtagswahl: Sepp Schellhorn ... +++ - Hochkönig: Lehrer verletzt nac... +++ - Wetter ab dem Wochenende wiede... +++ - Niki-Pleite: Acht Flugverbindu... +++ - Amazon & Co.: Neue Betrugsmasc... +++ - Swap-Prozess: Urteil liegt jet... +++ - Bischofshofen: 51-Jährige rett... +++ - Auffahrunfall mit vier Autos s... +++ - Harald Preuner nun offiziell B... +++ - Autoknacker treiben ihr Unwese... +++
0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen