Akt.:

Studie: 23 Prozent der Salzburger Polizisten Burnout gefährdet

Studie: 23 Prozent der Salzburger Polizisten Burnout gefährdet
Salzburg – Das Innenministerium solle die Dramatik der Situation erkennen und auf die Zustände innerhalb der Polizei endlich reagieren, forderten am Dienstag Polizeigewerkschafter und Personalvertreter bei einer Pressekonferenz in Salzburg.

Korrektur melden

23 Prozent: Diese Zahl ist das Ergebnis einer Studie des unabhängigen Marktforschungsinstituts Karmasin, die von der Polizeigewerkschaft in Auftrag gegeben und im Zeitraum von Mai bis Juni in Salzburg durchgeführt wurde.

Im Gegensatz zu anderen Berufen sei bei Salzburger Exekutivbeamten das Risiko, an dieser psychosomatischen Krankheit zu erkranken, überdurchschnittlich hoch, erklärte Motivforscherin Sophie Karmasin. Der durchschnittliche Anteil an Burnout gefährdeten Personen liege hingegen bei 19 Prozent.” Als besonders Burnout gefährdet bezeichnete sie über 40-jährige Polizisten, die bereits mehr als 20 Jahre im Dienst beziehungsweise in einer nicht leitenden Position sind.

Fast 90 Prozent der gefährdeten Salzburger Polizisten fühlen sich am Ende des Tages verbraucht. Jeder fünfte Betroffene geht mit mehr als 20 Tagen auch länger in den Krankenstand. “Viele wollen diese Krankheit nicht preisgeben und melden sich mit anderen Symptomen”, erklärte Hermann Greylinger, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft Österreich.

Seit fast drei Jahren forderten die Gewerkschafter eine Burnout-Studie für das Bundesland Salzburg. Doch dann kam ein negativer Bescheid aus dem Innenministerium, hieß es. “Endlich liegt die Wahrheit auf dem Tisch. Jetzt wissen wir, warum Innenministerin Maria Fekter (V) uns verbieten wollte, eine Studie selbst in die Wege zu leiten”, sagte Greylinger. Die Online-Befragung an 1.400 Salzburger Polizisten – 577 Fragebögen wurden anonym zurückgeschickt – könne zwar österreichweit nicht eins zu eins umgelegt werden. “Den Polizisten in den anderen Bundesländern geht es auch nicht besser. Die Alarmglocken schrillen mehr als je zuvor.”

Zu den wesentlichsten Faktoren für Burnout zählen die unterschiedlichen Anliegen, mit denen sich die Polizisten konfrontiert sehen, weiters das Einschreiten bei Problemen, um für Ruhe zu sorgen, sowie die vielen unvorhergesehen Situationen und die hohe Verantwortung. “Der Alltag eines Polizisten hat vorwiegend mit unerfreulichen Dingen zu tun. Umso mehr braucht es eine Wertschätzung als Gegengewicht”, sagte Franz Ellmauthaler, Vorsitzender der Polizei-Personalvertretung in Salzburg.

92 Prozent der Burnout Gefährdeten fühlen sich durch den bürokratischen Aufwand belastet, ebenfalls 92 Prozent bezeichneten ihre Bewaffnung als hohe Belastung. Eine Waffe zu tragen sei an sich nicht das Problem, sondern das Gefühl, sie einsetzen zu müssen. “Seit Mai gab es 27 tätliche Angriffe auf Polizisten in der Stadt Salzburg, dabei sind 16 verletzt worden”, zeigte Ellmauthaler auf. Die Gewerkschafter forderten einmal mehr die personelle Aufstockung der Dienststellen: Im Bundesland Salzburg würden 150 bis 200 Polizisten fehlen, dieser Fehlstand ziehe sich quer durch ganz Österreich, wurde betont.



Kommentare 0

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

 
noch 1000 Zeichen
 

Mehr auf Salzburg24.at
Gesundheitsamt prüft Legionellen-Verdacht in Parsch
Ein Mann aus Parsch wird derzeit im Krankenhaus aufgrund einer Legionelleninfektion behandelt. Das Gesundheitsamt prüft [...] mehr »
Einer der wärmsten Oktober seit Messbeginn – Jahr 2014 auf Rekordkurs
Der Oktober 2014 ist einer der wärmsten Oktober-Monate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. "In der vorläufigen [...] mehr »
Entflohener Häftling versteckte sich hinter der Couch
Kurios: Ein Häftling, der nach einem Ausgang nicht in die Justizanstalt Salzburg zurückgekehrt war, konnte jetzt von [...] mehr »
Baustelle auf Münchner Bundesstraße voll im Plan: Bald wird asphaltiert
Es ist jene Baustelle, die die Salzburger und die Pendler wohl am meisten ärgert. Seit August wird auf der B155 vor der [...] mehr »
Weihnachten naht: Casting zum Salzburger Christkind 2014 startet
Seit 2006 gehören sie fix zum Salzburger Advent. Der Salzburger Christkindlmarkt macht sich wieder auf die Suche nach [...] mehr »
Mehr Meldungen »

Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmelden

Facebook-Benutzer?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren

Anmelden - oder ohne Registrierung diskutieren

Als SALZBURG24.AT User anmelden:




Passwort vergessen?

Unregistrierter User:

Bei unregistrierten Benutzern wird der Kommentar erst nach einer Prüfung freigeschaltet. Beleidigende, rassistische, ausfällige oder nicht themenbezogene Kommentare werden nicht veröffentlicht. Kommentare von eingeloggten Usern werden sofort veröffentlicht.

Neu registrieren