Studie zeigt hohe Radikalisierungsgefahr unter jungen Muslimen

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Junge Muslime laufen Gefahr, sich zu radikalisieren.
Junge Muslime laufen Gefahr, sich zu radikalisieren. - © APA/Techt/Archiv
Ein Drittel der jungen männlichen Muslime ist akut gefährdet, sich zu radikalisieren. Sie hegen laut einer im “profil” zitierten Studie im Auftrag der Stadt Wien starke Sympathien für den Dschihadismus, bejahen Gewalt, wenn es um Religion oder Ehre geht, und stehen der westlichen Kultur feindselig gegenüber.

Befragt wurden insgesamt 400 Personen im Umfeld von Jugendzentren, allerdings schon im Winter 2014/2015. Als besonders radikal erwiesen sich dabei Jugendliche, die aus Tschetschenien stammen. Bei ihnen wird jeder Zweite zu dieser Gruppe gezählt, unter Türken jeder Vierte. Stark ausgeprägt unter jugendlichen Muslimen sind auch Homophobie und Antisemitismus: 47 Prozent lehnen Juden ab, 60 Prozent Homosexuelle.

ÖVP sieht Lösung etwa in Verbot der Vollverschleierung

Wiens ÖVP-Chef Gernot Blümel macht die rot-grüne Stadtregierung, die konsequent wegschaue und blind beschönige, für die Studienergebnisse verantwortlich. Einmal mehr fordert Blümel, die Wertevermittlung in den Mittelpunkt zu stellen und eine “Werteformel” an Schulen einzuführen. Ferner fordert er, den Weg für das von der ÖVP geplante neue Integrationsgesetz frei zu machen: “Denn dieses beinhalte eben genau die notwendigen Maßnahmen gegen Radikalisierung und wesentliche Notwendigkeiten wie etwa das Verbot der Vollverschleierung, die gemeinnützigen Tätigkeiten oder das Verbot von Koranverteilungen.”

SPÖ: Jugendarbeit, Eltern und Schule gefordert

Die Wiener SPÖ wehrt sich gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit der Studie. Die Stadt Wien habe bereits vor Jahren vorbeugend agiert, erklärte Gemeinderätin Tanja Wehsely und verwies auf Beratungsgespräche und die Schulung von Pädagogen. Die jüngste Studie zeige, dass besonders für muslimische Jugendliche die Religion immer stärker ein Abgrenzungsmerkmal gegenüber anderen werde: “Wir müssen allen Jugendlichen das Rüstzeug in die Hand geben, sich vor der Vereinnahmung von Radikalen zu wehren. Da sind sowohl die Jugendarbeit, aber auch die Schule und die Eltern, gefragt”, findet Wehsely.

FPÖ sieht Multi-Kulti (wieder) gescheitert

Für die FPÖ ist “Multi-Kulti endgültig” gescheitert. Anstatt “wenigstens die zweite Generation irgendwann einmal zu integrieren, ziehen wir uns hier eine neue Generation teilweise fanatischer Dschihadisten heran”, erklärte Jugendsprecher Maximilian Krauss. Gleichzeitig forderte er die Ablöse von Stadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ).

(APA)

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