Sturm wütet in Salzburg: Knapp 1.200 Feuerwehrleute im Einsatz

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Die Feuerwehren hatten alle Hände voll zu tun.
Die Feuerwehren hatten alle Hände voll zu tun. - © FMT-Pictures/MW
Der Sturm hielt in der Nacht auf Samstag die Salzburger Feuerwehren auf Trab. Vor allem im Flachgau, dem Tennengau und der Stadt Salzburg stürzten reihenweise Bäume um. Zwei Frauen wurden von herumfliegenden Gerüstteilen verletzt. Auch einzelne Straßensperren sind aufrecht. Ein Überblick.

Starke Sturmböen verschafften den Salzburger Feuerwehren in der Nacht auf Samstag reichlich Arbeit. 40 Feuerwehren rückten mit 1.162 Feuerwehrleuten zu 362 Einsätzen aus, wie der Landesfeuerwehrverband Salzburg auf Anfrage von SALZBURG24 mitteilte. Um 22 Uhr wurden die ersten Florianis alarmiert, gegen 3 Uhr waren die Einsätze beendet. Hotspot der Einsätze war der Flachgau, auch in einem Teil des Tennengaus und der Stadt Salzburg kam es zu Einsätzen.

Sturmboen über Salzburg – Großeinsatz der Feuerwehren

Der Sturm hielt in der Nacht auf Samstag die Salzburger Feuerwehren auf Trab. Vor allem im Flachgau, dem Tennengau und der Stadt Salzburg stürzten reihenweise Bäume um. Zwei Frauen wurden von herumfliegenden Gerüstteilen verletzt.

Sturm macht Feuerwehren jede Menge Arbeit

Hauptsächlich seien die Einsatzkräfte mit umgestürzten Bäumen beschäftigt gewesen, heißt es von der Feuerwehr weiter. Auch Häuser wurden von Bäumen erwischt oder abgedeckt, in Obertrum und Anif (beides Flachgau) fielen Bäume auf Autos. Die Feuerwehrkräfte waren mit dem Freimachen der Verkehrswege und dem Abdichten von Hausdächern beschäftigt. Ob es auch in eurer Gemeinde Einsätze gab, seht ihr in der Einsatzübersicht.

Einsatzschwerpunkt im Flachgau

Ein Auszug der Einsätze im Flachgau: In Mattsee stürzte am Freitagabend ein Baum auf ein Haus, mehrere weitere Gebäude wurden in Mitleidenschaft gezogen. Die Mattseer Landesstraße wurde von zahlreichen Ästen und Bäumen verlegt und forderte die Freiwillige Feuerwehr Mattsee. Am Samstagmorgen machten die Florianis ein Dach dicht, das von den Unwettern in Mitleidenschaft gezogen war. In Henndorf wurde ein gerade erst renoviertes Haus komplett abgedeckt. Die Freiwillige Feuerwehr Nussdorf rückte in Summe zu 19 Einsatzorten aus, 32 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Freiwillige Feuerwehr Thalgau hatte ebenfalls mehrere Bäume zu beseitigen, kam aber verhältnismäßig glimpflich davon. Ähnliches gilt für die Florianis aus Seeham.


Strom fällt in zahlreichen Orten aus

Vor allem in der Stadt Salzburg kam es zu zahlreichen Stromausfällen, wie salzburg.orf.at berichtet.  In den Salzburger Stadtteilen Nonntal, Liefering, Gnigl, Aigen und Salzburg-Süd war vorübergehend der Strom weg. Auch in den Gemeinden Elsbethen, Anthering (beide Flachgau) und Lofer (Pinzgau) gingen die Lichter aus, alle Stromausfälle konnten aber kurzfristig wieder behoben werden. Demnach fiel auch der Sendemast auf dem Gaisberg aus und musste vorübergehend mit einem Notstromaggregat betrieben werden. In der Stadt Salzburg musste die Berufsfeuerwehr zudem Personen befreien, die durch Stromausfälle im Aufzug eingeschlossen waren.

Ein Baum landete in Mattsee auf einem Haus./FF Mattsee Ein Baum landete in Mattsee auf einem Haus./FF Mattsee ©
In Henndorf wurde ein Haus bei dem Sturm komplett abgedeckt./FF Henndorf/Wilhelm In Henndorf wurde ein Haus bei dem Sturm komplett abgedeckt./FF Henndorf/Wilhelm ©

Unwetter sorgen für Probleme auf Schienen und Straßen

Zu umfangreicheren Straßensperren kam es nach aktuellen Informationen aber nicht. Trotzdem ist vereinzelt mit Behinderungen zu rechnen. Die Glanegger Straße (L237) ist zwischen Fürstenbrunn und Großgmain (Flachgau) in beiden Richtungen gesperrt.

Auch auf Bahnstrecken kam es zu Problemen. Auf der Salzburger Lokalbahn zwischen Salzburg und Oberndorf waren Teilstrecken gesperrt, die Oberleitung wurde durch umstürzende Bäume beschädigt. Ein Schienenersatzverkehr ist eingerichtet. Unwetterschäden haben am Samstag für Probleme im überregionalen Zugverkehr gesorgt. Die DB-Korridorstrecke zwischen Salzburg und Kufstein war wegen umgestürzter Bäume unterbrochen.

Die blockierte Zugstrecke zwischen Salzburg und Kufstein./APA/ÖBB Die blockierte Zugstrecke zwischen Salzburg und Kufstein./APA/ÖBB ©

ÖBB-Korridorzüge wurden über Zell am See umgeleitet. Dadurch ergaben sich Verspätungen von bis zu 90 Minuten, hieß es. Für Reisende von und nach München wurde ein Schienenersatzverkehr zwischen Salzburg Hbf und Rosenheim eingerichtet. Ab Rosenheim konnten Reisende ihre Fahrt mit Zügen der Deutschen Bahn (DB) fortsetzten.

Betroffen von Sturmschäden war zudem die Außerfernbahn. Zwischen Ehrwald und Griesen (Oberbayern) waren bis 12.00 Uhr keine Fahrten möglich. Ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet.

A1: Fliegendes Plexiglas durchschlägt Windschutzscheibe

In Wals-Siezenheim (Flachgau) wurden mehrere Plexiglasscheiben aus der Verankerung gerissen. Eine der etwa 2×1-Meter großen Scheiben wurde auf die Westautobahn (A1) verweht und durchschlug die Windschutzscheibe eines Pkw. Der 19-jährige Lenker konnte das Fahrzeug am rechten Pannenstreifen anhalten. Er wurde im Bereich der Augen verletzt. Er rief seinen Vater hinzu, der ihn in das Landeskrankenhaus Salzburg brachte.

Entwurzelte Bäume beschädigten entlang der A1 zwischen Salzburg-Nord und dem Grenzübergang Walserberg zwei Lärmschutzwände. Zahlreiche Bäume, die auf die Autobahn ragten, mussten von der Autobahnmeisterei Liefering zersägt und beseitigt werden. Der Pannenstreifen wurde mittels Schneepflug befreit.

Entlang der Glan in Salzburg stürzten mehrere Bäume um./SALZBURG24/Gann Entlang der Glan in Salzburg stürzten mehrere Bäume um./SALZBURG24/Gann ©
Auch in Hallwang waren die Feuerwehren gefordert./FF Hallwang/Huber Auch in Hallwang waren die Feuerwehren gefordert./FF Hallwang/Huber ©

Salzburger Altstadt: Gerüstteil fällt auf Frauen

Zwei Verletzte forderte der Sturm in der Salzburger Altstadt. Ein von Windböen herumgeschleudertes Gerüstteil traf am Kranzlmarkt zwei Frauen. Sie erlitten Rissquetschwunden im Gesichtsbereich und offene Wunden im Bereich des rechten Oberarmes.

Auch im benachbarten Bad Reichenhall (Lkr. BGL) forderte der Sturm einen Leichtverletzten. Auf der B21 stürzte ein Baum auf die Straße, der Lenker konnte nicht mehr ausweichen. Seine Mitfahrer, die Ehefrau und ein Kleinkind, blieben unverletzt. Im oberösterreichischen St. Johann am Walde brachte der Sturm ein Festzelt zum Einsturz. Zwei junge Menschen starben, dutzende wurden verletzt.

Auch Wasserrettung im Sturmeinsatz

Ausrücken musste auch die Wasserrettung Salzburg. Am Wallersee wurden durch den Sturm zahlreiche Boote von der Verankerung losgerissen und trieben mitten im See. Die Wasserrettung Wallersee rückte mit dem Rettungsboot aus und schleppte die Boote wieder zu einem Steg. Am Mondsee (Bez. Vöcklabruck) wurden fünf Personen gerettet, die mit ihrem Boot im Schlamm festgelaufen waren. Das Boot konnte in der Nacht nicht mehr geborgen werden.

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