Sturmtief “Egon” legte Teile Deutschlands lahm

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Zahlreiche Unfälle durch widrige Witterung
Zahlreiche Unfälle durch widrige Witterung - © APA (dpa)
Sturmtief “Egon” hat in Verbindung mit starken Schneefällen am Freitag in weiten Teilen Deutschlands zu massiven Verkehrsbehinderungen geführt. Es kam zu einer Reihe von Unfällen, bei denen auch Menschen verletzt wurden. Wegen des starken Winds und der Schneefälle seien am Freitag am Flughafen in Frankfurt bisher 120 Flüge gestrichen worden, sagte ein Sprecher der Betreibergesellschaft Fraport.

Die Deutsche Bahn reduzierte die Höchstgeschwindigkeit ihrer ICE-Züge auf maximal 200 Stundenkilometer, was zu Verspätungen im Fernverkehr führte. Dazu kam es in fast allen Bundesländern zu Beeinträchtigungen mit Zugausfällen und -verspätungen im Regionalverkehr. Die Strecke Hannover-Bremen musste wegen Unwetterschäden gesperrt werden, zwischen Frankfurt und Würzburg gab es ebenfalls Sperrungen, auch die Strecke zwischen Karlsruhe und Mannheim war betroffen. Auch in Hessen und Bayern wurden Strecken gesperrt.

Schneefall und vereiste Straßen behindern in Norddeutschland den Verkehr. /APA/dpa Schneefall und vereiste Straßen behindern in Norddeutschland den Verkehr. /APA/dpa ©

Chaos durch “Egon”

In Teilen Bayerns sorgte “Egon” zudem für Stromausfälle. Ab etwa 03.15 Uhr in der Nacht sei es von der Grenze zu Baden-Württemberg bis in die Landkreise Fürth und Nürnberger Land durch von umgestürzten Bäumen und abgebrochenen Ästen beschädigten Freileitungen oder Strommasten zu den Ausfällen im Netzgebiet der Main-Donau-Netzgesellschaft gekommen, teilte der Versorger N-Ergie in Nürnberg mit.

Zehn Ortschaften in den am stärksten betroffenen Landkreisen Fürth und Nürnberger Land seien am Freitagvormittag ohne Strom gewesen. Über die Zahl der betroffenen Haushalte konnte das Unternehmen zunächst noch keine Angaben machen.

 Autos stehen am 13.01.2017 in der Nähe von Blankenheim (Nordrhein-Westfalen) am Ende der Autobahn A1 Richtung Süden. /APA/dpa Autos stehen in Nordrhein-Westfalen am Ende der A1 in Richtung Süden. /APA/dpa ©

Zahlreiche Verkehrsunfälle

In Westhessen kam es nach Angaben der Polizei durch den Sturm und damit verbundene starke Schneefälle zu einem Verkehrschaos. Es sei zu zahlreichen Verkehrsunfällen gekommen, bei denen teilweise auch Menschen zu Schaden gekommen seien. Auch in der Schweiz hat “Egon” teilweise den Verkehr lahmgelegt. In der Region Basel fielen Züge aus, am Bodensee Fähren, wie die Schweizer Bahnen am Freitag mitteilten. Die Windböen erreichten in Cressier 50 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Bern Geschwindigkeiten von 117 Kilometern in der Stunde, berichtete der Wetterdienst MeteoGroup.

Sturmtief "Egon" sorgte in der Nacht für Sturmböen und Schnee. /APA/dpa Sturmtief “Egon” sorgte in der Nacht für Sturmböen und Schnee. /APA/dpa ©

Windböen bis über 150 km/h

Auf dem 2.500 Meter hohen Säntis 50 Kilometer Luftlinie westlich von Zürich erreichte der Wind mit 154 Kilometern in der Stunde Orkanstärke. Auf der Autobahn Richtung Basel krachten hinter dem Tunnel Eich nördlich von Luzern zehn Autos ineinander. Ein Mensch wurde nach ersten Angaben der Polizei leicht verletzt.

Die Schweizer Bahn musste einige Strecken wegen der Unwetter schließen, darunter bei Montreux am Genfer See und bei Weissbad südlich des Bodensees. Auf dem See selbst wurde der Fährdienst von Romanshorn nach Friedrichshafen wegen Unwettern eingestellt. Bei Kriens nahe dem Vierwaldstättersee fiel eine Luftseilbahn wegen starker Winde aus. Am Gotthard-Tunnel behinderte Schneefall den Verkehr in beiden Richtungen.

(APA/ag.)

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