Südtiroler Gesetzesentwurf für Abschuss von Wölfen und Bären

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Die Debatte um den Wolf wird sehr emotional geführt.
Die Debatte um den Wolf wird sehr emotional geführt. - © APA/dpa
Die Südtiroler Landesregierung hat am Dienstag einen Gesetzentwurf für sogenannte “Vorsorge- und Entnahmemaßnahmen” bei Großraubwild wie Wölfe und Bären verabschiedet. Eine Entnahme, Fang oder Abschuss einzelner Bären oder Wölfe in bestimmten Ausnahmesituationen könne das Land demnach autonom verfügen, hieß es in einer Aussendung.

“Stets im Sinne der staatlichen und europäischen Vorgaben und nach Einholen eines Gutachtens des staatlichen Instituts für Umweltschutz und Umweltforschung ISPRA”, wie ausdrücklich ergänzt wurde. Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) könne damit “Maßnahmen im Management von Bär und Wolf in Südtirol” umsetzen. Dies sei notwendig zum Schutz der Berglandwirtschaft, wo die primäre Zuständigkeit beim Land liege.

Kompatscher: Konflikte vorprogrammiert

Mit dem Gesetz setze Südtirol EU-Richtlinie und staatliche Bestimmungen direkt um. Entnahmen dürften die Population der Großen Beutegreifer in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet nicht beeinträchtigen. Es müsse also gewährleistet bleiben, dass Braunbär und Wolf den günstigen Erhaltungszustand gemäß Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU erreichen können oder dort verbleiben. “Südtirol ist extrem anthropisiert”, meinte Kompatscher. Es sei schwierig, Rückzugsräume zu finden, in denen sich Wölfe und Bären ungestört aufhalten können. Deshalb seien Konflikte vorprogrammiert.

Eigener Weg für Herdenschutz

Tirol verwies indes auf eine bereits im Bundesland bestehende Regelung. “In Tirol ist es bereits jetzt möglich, ‘Problemwölfe’ zu entnehmen. Ein Gesetz wie in Südtirol brauchen wir in Tirol deshalb nicht”, erklärte LHStv. Josef Geisler (ÖVP). Zum Schutz der Alm- und Weidewirtschaft werde man aber noch weitere Maßnahmen setzen müssen. Geisler kündigte an, eine Steuerungsgruppe zur Sammlung von Erfahrungswerten und zur selbstständigen Erprobung eigenständiger Herdenschutzmaßnahmen einzurichten. “Wir wollen uns nicht von anderen sagen lassen, was wir zu tun haben, sondern einen ‘Tiroler Weg’ für den Herdenschutz entwickeln”, so Geisler.

Geht von Tieren eine Gefahr aus?

Anders als in Italien gebe es in Österreich bereits seit 2012 einen “Wolfsmanagementplan”. Dort werde auch der Umgang mit Wölfen “in besonderen Situationen” behandelt. Für den Fall, dass ein Wolf ohne ersichtlichen Grund aggressiv auf Menschen reagiert oder wenn wiederholt sachgerecht geschützte Nutz- und Haustiere getötet werden, empfehle der Österreichische Wolfsmanagementplan eine Entnahme.

“Gedeckt durch das Tiroler Jagdgesetz kann die Behörde nach Anhörung geeigneter Sachverständiger mit Verordnung feststellen, dass von einem bestimmten Wolf, Bär oder Luchs eine unmittelbare Gefahr für die Sicherheit von Personen oder eine unmittelbare erhebliche Gefahr für Weidetiere ausgeht”, sagte der Landeshauptmannstellvertreter und kündigte an: “Wenn wir in die Situation kommen, werden wir von unseren rechtlichen Möglichkeiten Gebrauch machen”.

(APA)

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