Suspendierter NÖ-Ermittler vor Gericht

Akt.:
Ex-Ermittler wird Prozess gemacht
Ex-Ermittler wird Prozess gemacht
Ein 64-jähriger suspendierter NÖ Ermittler und seine 51-jährige Frau müssen sich seit Montag in Eisenstadt vor Gericht verantworten. Dem Mann wird u.a. Amtsmissbrauch, versuchter schwerer Betrug, Vortäuschung einer mit Strafe bedrohten Handlung sowie falsche Beweisaussage vorgeworfen. Seine Frau soll im Februar 2011 einen Raubüberfall vorgetäuscht haben. Beide bekannten sich nicht schuldig.


Bereits zu Beginn des für vier Tage angesetzten Prozesses zeichnete sich ab, dass es sich hier um einen nicht alltäglichen Fall handle, schilderte Ankläger Wolfgang Handler von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA), denn normalerweise würde der Angeklagte als einstiger Chef der Raubgruppe auf der “anderen Seite” sitzen. Weiters sei nicht alltäglich, dass es zwei Anklageschriften, nämlich eine Anklageschrift der WKStA in Hinblick auf den Amtsmissbrauch, der ihm vorgeworfen wird, und eine zweite von der Staatsanwaltschaft Wien (StA) gebe, beide wegen dem angeblichen Raubüberfall.

Am ersten Verhandlungstag konzentrierte sich die Befragung auf den Vorwurf der StA – den fingierten Raubüberfall. Am 7. Februar 2011 habe die jetzige Ehefrau bei der Polizei einen Raub gemeldet, dabei seien ihr 97.800 Euro, die sie für einen anschließenden Grundstückskauf bar in ihrer Handtasche hatte und zuvor von der Bank abgeholt hatte, gestohlen worden. Auch ein Schuss fiel dabei, der allerdings niemanden traf. Sie soll es auf das Geld der Versicherung abgesehen haben, meinte die StA.

Staatsanwalt Handler hielt den beiden Angeklagten vor, dass das Telefonat mit der Polizei 116 Sekunden dauerte, der Anruf beim Ehemann jedoch nur 24 Sekunden. “Das war keine Schilderung einer lebensbedrohlichen Handlung, sondern eine Vollzugshandlung”, meinte er.

Sein Verteidiger, Nikolaus Rast, meinte vor Gericht, dass sein Mandant, der oberster Polizist für alle Raubüberfälle war, wohl kaum “so dermaßen blöd und stümperhaft einen Raubüberfall vortäuschen würde”. Der Anwalt der Ehefrau, Ewald Stadler, kritisierte das ausständig gebliebene Motiv der StA – das gebe es nämlich nicht. Laut StA wollte man Geld haben, das sie laut Stadler aber locker bei der Bank bekommen hätte bzw. habe.

Der Zwischenfall passierte am 7. Februar. Die 51-Jährige hatte Geld von der Bank geholt hatte nach Hause gefahren. Verfolgt habe sie damals niemand, meinte sie. Als sie die Tür gerade aufgesperrt hatte, stand laut ihrer Aussage plötzlich ein Schwarzafrikaner auf der letzten Stufe vor der Eingangstür hinter ihr. Er sei schwarz gekleidet gewesen und hätte “sehr stark gestunken”. An mehr könne sie sich nicht mehr erinnern. Der Mann soll an ihrer Handtasche gezogen haben, auch sie habe gezogen. Erst als er eine Waffe zückte, habe sie ausgelassen, sei gestolpert, dann fiel ein Schuss, den mehrere Zeugen aber nicht gehört hatten.

Zwei Gutachten bestätigten am Montag ihre Aussagen: Am Mantel der Angeklagten habe man ein Einschussloch bzw. faltenbedingt vier Löcher sichergestellt. Auch an der Wand gab es eine Schussbeschädigung, sagte ein weiterer Sachverständiger. Auch die beschriebene Position des Schützen stimme mit dem Gutachten überein. Nur ihre Aussage, der Täter habe draußen geschossen, deckte sich mit der Expertise allerdings nicht. Aus Erfahrung sei es aber oft der Fall, dass Opfer hier andere Wahrnehmungen haben, meinte ein Gutachter.

Der Prozess findet aus Befangenheitsgründen in Eisenstadt und nicht an einem niederösterreichischen Gericht statt. Der dritte und vierte Verhandlungstag soll am 3. bzw. 4 November stattfinden.

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