Syriens Rebellen bauen mit türkischer Hilfe Armee auf

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Die Lage in Syrien wird immer unübersichtlicher
Die Lage in Syrien wird immer unübersichtlicher - © AFP
Diesmal soll es anders werden. Nach mehreren gescheiterten Versuchen, die syrischen Rebellen unter einem Banner zu einen, entsteht nun im Nordwesten des Bürgerkriegslandes mit Hilfe der Türkei die sogenannte Nationale Armee. “Wir stehen am Anfang”, sagt ihr Kommandant, Oberst Haitham Afizi, der Nachrichtenagentur Reuters in der Stadt Azaz nahe der türkischen Grenze.

“Wir stehen vor vielen Herausforderungen, aber wir arbeiten daran, sie zu überwinden.” Gegenwärtig besteht die Armee aus 35.000 Kämpfern und setzt sich aus einigen der größten aufständischen Gruppen des Krieges zusammen. Als ihre drei Feinde nennt Afizi Syriens Präsident Bashar al-Assad, die kurdische PKK und die Extremisten-Miliz “Islamischer Staat” (IS).

Die bisherigen Versuche einer Einigung scheiterten an den Rivalitäten der einzelnen Gruppen und den unterschiedlichen Interessen der ausländischen Staaten, die sie unterstützen. Diesmal könnte es aber anders sein: Die Armee entsteht in dem Gebiet, in dem die Türkei mit Soldaten vor Ort ist. Die türkische Armee rückte 2016 gegen den IS zwischen Azaz und Jarablus vor und eroberten in diesem Jahr zudem die angrenzende Region Afrin von der kurdischen YPG-Miliz. Die Regierung in Ankara verweist auf eine Gefahr für die nationale Sicherheit durch radikale Kurdengruppen in der Region.

Afizi listet die Hilfe auf, die der Nachbar leistet: Sie zahlen den Sold, bieten logistische Unterstützung “und falls notwendig Waffen”. Die Türkei ist in der Region auch in anderer Form tätig, etwa beim Wiederaufbau von Schulen und Krankenhäusern. Die türkische Post hat inzwischen fünf Filialen eröffnet. Assad nennt die türkische Präsenz im Land illegal und hat geschworen, jeden Zentimeter syrischen Bodens wieder unter seine Kontrolle zu bringen.

Um sich dem mit seiner geeinten Streitmacht entgegenstellen zu können, gibt Afizi Befehle an seine Soldaten aus. Sie sollen aufhören, “wahllos umherzuschießen”, soll Uniformen tragen und mit den neuen Feldjägern zusammenarbeiten, die für Recht und Ordnung zuständig sind. Den einzelnen Gruppen ist es nun verboten, Privatgefängnisse zu betreiben und willkürlich Menschen festzunehmen.

Zusätzlich muss die neue Armee mit Angriffen klarkommen: Bei einer Vereidigungszeremonie am 5. August in der Stadt Al-Bab wurden mehrere Rekruten durch Granatbeschuss verletzt. Afizi sagt, der Schuldige sei ausgemacht worden, ohne jedoch Namen zu nennen. Es handle sich um einen “Feind der Revolution”.

(APA/ag.)

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