Russland strukturiert seine Truppen in Syrien um

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In Idlib wurden 22 Dschihadisten getötet
In Idlib wurden 22 Dschihadisten getötet - © APA (AFP)
Russland hat nach offiziellen Angaben mit der Umstrukturierung seiner Streitkräfte in Syrien begonnen. Die ersten sechs taktischen Bomber von Typ SU-24 seien bereits abgezogen worden, teilte das Verteidigungsministerium am Donnerstag nach Berichten von Nachrichtenagenturen mit.

Im Gegenzug seien vier Erdkampfflugzeuge des Typs SU-25 auf den russischen Luftwaffenstützpunkt Hmeimim in der syrischen Provinz Latakia verlegt worden. Weitere Kampfflugzeuge und Soldaten würden demnächst von dort nach Russland zurückkehren.

Vergangene Woche hatte Generalstabschef Waleri Gerassimow bekanntgegeben, dass die Flugzeugträgergruppe “Admiral Kusnezow” mit dem Abzug aus dem Mittelmeer begonnen habe. Von dem Flugzeugträger waren Kampfflugzeuge zu Einsätzen gegen die Rebellen und Extremisten in Aleppo gestartet.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte im Dezember einen Waffenstillstand in ganz Syrien und den Beginn von Friedensverhandlungen verkündet. Sie sollen in der kasachischen Hauptstadt Astana stattfinden. Nach Angaben des russischen Präsidialamtes sprach Putin am Donnerstag mit seinem kasachischen Kollegen Nursultan Nasarbajew über die Vorbereitung der Gespräche. Von dem Waffenstillstand und den Gesprächen sind extremistische Gruppierungen wie die Miliz Islamischer Staat ausgeschlossen.

Der seit Dezember geltende Waffenstillstand scheint unterdessen weitgehend zu halten. Zu dieser Einschätzung kamen am Donnerstag sowohl die Präsidenten Russlands und der Türkei, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan, als auch der UNO-Syriengesandte Staffan de Mistura.

Von dem Waffenstillstand sind extremistische Gruppen wie der “Islamische Staat” ausgenommen. De Mistura sagte in Genf, die Waffenruhe werde nur in einzelnen Fällen verletzt. Außerdem komme noch immer nicht ausreichend Hilfe in die belagerten Gebiete. Probleme gebe es bei der Evakuierung der schiitischen Dörfer Fua und Kefraya in der Provinz Idlib. Rebellengruppen hinderten 23 Busse daran, die beiden Orte zu verlassen. Kämpfe gebe es noch im Tal Wadi Barada, wo die Trinkwasserbrunnen für die Hauptstadt Damaskus liegen.

Im Hinblick auf die Konferenz im kasachischen Astana sagte de Mistura, er gehe davon aus, dass die Vereinten Nationen dazu einladen würden. In der Stadt wollen Russland, die Türkei und der Iran mit Vertretern der syrischen Regierung und einigen Rebellengruppen über ein Ende der Kämpfe und die Zukunft Syriens beraten. Die Konferenz soll nach russischer Darstellung eine Ergänzung zu den UNO-Friedensgesprächen sein. Diese hatten erfolglos in Genf stattgefunden.

Für diesen Verhandlungsrahmen sprach sich am Donnerstag der französische Präsident Francois Hollande aus. Die Syrien-Friedensgespräche müssten unter der UNO-Schirmherrschaft stattfinden, sagte er. In westlichen Diplomatenkreisen wird die russische Initiative mit Argwohn betrachtet.

(APA/ag.)

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