“Schwerste Niederlage” für syrische Aufständische seit 2012

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Syrische Regierungstruppen rücken weiter vor
Syrische Regierungstruppen rücken weiter vor - © APA (AFP)
Die syrischen Aufständischen haben nach Einschätzung von Aktivisten “die schwerste Niederlage seit 2012” erlitten. Nach wochenlanger Belagerung des Ostteils der Millionenstadt Aleppo gaben die Rebellen am Montag mehrere Stadtviertel im Nordosten auf. Mindestens 10.000 Zivilisten flüchteten aus der seit Monaten belagerten Stadt. Die Hilfsorganisation Weißhelme sprach von einer “desaströsen Lage”.

Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und staatliche Medien übereinstimmend berichteten, eroberten die Regierungstruppen die Stadtteile Sachur, Haidarija und Scheich Chodr. Kurdische Milizen nahmen das Viertel Scheich Fares ein. Damit hätten die Aufständischen die Kontrolle über den gesamten Nordosten Aleppos verloren, sagte der Leiter der oppositionsnahen Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Dies sei die “schwerste Niederlage” für die Rebellen seit der Eroberung Ost-Aleppos im Jahr 2012.

Die Regierungstruppen eroberten laut einem Bericht des Staatsfernsehens die Wasser-Pumpstation Suleiman al-Halabi, die für die Versorgung West-Aleppos benötigt wird. Die Station war von den Aufständischen wiederholt außer Kraft gesetzt worden. Vor knapp zwei Wochen hatten die Truppen des syrischen Staatschefs Bashar al-Assad eine Offensive zur vollständigen Eroberung der einstigen Wirtschaftsmetropole begonnen. Am Montag wurden laut Beobachtungsstelle, deren Angaben nicht unabhängig überprüft werden können, in beiden Teilen Aleppos zehn Tote und 29 Verletzte gezählt; seit Beginn der Offensive sind es inzwischen 235 getötete Zivilisten allein im Ostteil der Stadt, darunter 27 Kinder.

Im Süden Aleppos trafen über Nacht Dutzende Familien ein. Viele flüchteten zu Fuß und waren völlig erschöpft und unterkühlt. Anrainer versorgten die Flüchtlinge mit Decken und anderen Hilfsgütern und brachten sie in leer stehenden Häusern unter.

Aleppo wird seit mehr als vier Monaten von den Regierungstruppen belagert. Die UNO konnte seit Mitte Juli keine Hilfslieferungen in den Ostteil der Stadt bringen. Die Menschen in den Rebellengebieten haben kaum noch etwas zu essen, auch die medizinische Versorgung ist fast vollständig zusammengebrochen.

(APA/ag.)

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