Tag der Lehre – Mitterlehner zufrieden mit Lehre

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Mitterlehner machte selbst Karriere mit Lehre
Mitterlehner machte selbst Karriere mit Lehre
Das duale Ausbildungssystem aus Lehre und Berufsschule stand heute zum “Tag der Lehre” im Fokus der Stellungnahmen aus Politik und Wirtschaft. “Selbst in wirtschaftlich turbulenten Zeiten bietet die duale Ausbildung beste Karrierechancen und ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für den Standort Österreich”, sagte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) bei der Eröffnung in Wien.


“Jungen Menschen mit einem abgeschlossenen Lehrberuf stehen alle Türen offen. Sogar Minister kann man damit werden”, meinte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) mit Hinweis auf seinen eigenen Berufsverlauf. Der Sozialminister ist gelernter Bürokaufmann. Die duale Ausbildung sei das Rückgrat unserer Wirtschaft. “Lehre ist etwas Tolles”, so Hundstorfer laut Pressemitteilung.

Das österreichische duale Bildungssystem sei der Garant für eine niedrige Jugendarbeitslosigkeit, betonte Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl in einer Presseaussendung. Er sprach sich für eine verpflichtende Berufsorientierung und Bildungsberatung für alle Pflichtschulabgänger aus.

Kritik kommt von Seiten der freiheitlichen Jugendsprecherin Petra Steger: “Für über 7.000 Lehrstellensuchende ist der heutige Tag alles andere als ein freudiger”, betonte sie in einer Presseaussendung. Viele Jugendliche hätten weder theoretisch noch praktisch eine Chance auf einen Lehrstellenplatz. Steger fordert angesichts des immer deutlicher werdenden Facharbeitermangels neben der Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze auch die Wiedereinführung des “Blum Bonus”.

Mitterlehner kündigte laut Presseaussendung an, die Lehre weiterentwickeln und noch attraktiver machen zu wollen. So sollen im nächsten Jahr 17 Lehrberufe modernisiert und neu gestaltet werden. Ein Schwerpunkt werde dabei die Mechatronik sein, die mit den neuen Modulen Medizingerätetechnik, alternative Antriebe und Robotik aufgewertet werde. Auch der Einzelhandel soll modernisiert werden.

Generell will Mitterlehner die Berufsorientierung verstärken. Es müssten auch mehr Mädchen für technische Berufe motiviert werden, so der Minister, der heuer über 6.500 Besucher bei der erstmals zweitägigen Veranstaltung erwartet.

Als größte Herausforderung sieht Mitterlehner den demografischen Wandel und die damit zusammenhängenden sinkenden Lehrlingszahlen. Daher müssten neue Zielgruppen erschlossen und die Erfolgsquote verbessert werden. Dazu werden bis zum Sommer Coaching-Programme aufgerollt. Darüber hinaus sollen Modelle wie Lehre mit Matura ausgebaut werden.

In Österreich befinden sich laut Hundstorfer derzeit mehr als 120.000 junge Menschen in einer Lehrausbildung. Immer noch macht fast die Hälfte eines Jahrgangs eine Lehre. Aufgrund der geburtenschwachen Jahrgänge gehe jedoch die Zahl der Lehrlinge weiter zurück. Jugendcoaching soll helfen.

“Es gibt leider pro Jahr einige Tausend Jugendliche, die nicht wissen, was sie nach der Pflichtschule machen sollen. Durch das Jugendcoaching wollen wir ihnen bei der Orientierung helfen und unter anderem auch auf die mannigfaltigen Ausbildungsmöglichkeiten in über 200 Lehrberufen hinweisen”, so Hundstorfer. Der Lehrlingscoach helfe mit, Schwierigkeiten während der Ausbildung zu überwinden und somit auch die Abbruchrate zu senken. In Österreich gebe es über 250 Lehrberufe. Da sei sicher für jeden eine interessante Berufsausbildung dabei, betonte Hundstorfer, und rät Jugendlichen und Eltern, sich gut zu informieren.

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