Tagesgrenzwerte für Feinstaub österreichweit überschritten, Salzburg stark betroffen

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Linz hatte bereits an 20 Tagen zu viel Feinstaub in der Luft
Linz hatte bereits an 20 Tagen zu viel Feinstaub in der Luft - © APA (Archiv)
Salzburg leidet heuer unter einer besonders starken Feinstaub-Belastung. Die Messstellen weisen bereits jetzt mehr Überschreitungen auf als im gesamten Vorjahr, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Insgesamt wurden österreichweit  bei 94 von 121 Messstellen Feinstaubüberschreitungen registriert.

Innerhalb von Salzburg weist die Landeshauptstadt die häufigsten Überschreitungen des Tagesgrenzwertes auf. Im Verkehrsbereich ist durch eine Verbesserung des umweltfreundlichen Mobilitätsangebots der Autoverkehr zu verringern, betont der VCÖ.

Hohe Feinstaub-Belastung in Salzburg

“Luft ist unser wichtigstes Lebensmittel. Umso mehr ist es besorgniserregend, dass die Luft heuer sehr stark mit Feinstaub verschmutzt ist”, stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fest. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass österreichweit bei 94 von 121 Messstellen heuer bereits an mehr Tagen der Grenzwert überschritten wurde als im gesamten Vorjahr. Auch im Land Salzburg gab es bei den Messstellen bereits jetzt mehr Überschreitungen des Tagesgrenzwertes als im gesamten Vorjahr, macht der VCÖ aufmerksam.

Salzburger Rudolfsplatz im Fokus

Die häufigsten Überschreitungen weist die Messstelle am Salzburger Rudolfsplatz auf. An 20 der 47 Tage war hier zu viel Feinstaub in der Luft, im gesamten Vorjahr gab es bei dieser Messstelle nur vier Überschreitungen. Bei den Messstellen Salzburg Lehener Park und Mirabellplatz gab es heuer bisher 17 Überschreitungen (vier bzw. zwei im gesamten Jahr 2016, berichtet der VCÖ. Auch in Hallein war heuer die Luft stärker mit Feinstaub verschmutzt. Die Messstelle bei der Tauernautobahn (A10) hatte bereits 15 Überschreitungen, die Messstelle bei der B159 zwölf Überschreitungen. Österreichweit ist auch heuer die Feinstaubbelastung in Graz am höchsten: An 30 Tagen war in der steirischen Landeshauptstadt zu viel Feinstaub in der Luft – und damit wurde schon jetzt der Jahresgrenzwert überschritten.

Wer ist der Verursacher?

Hauptverursacher von Feinstaub sind Verkehr, Industrie und Hausbrand. Da Luft keine Grenzen hat, wird auch Feinstaub aus anderen Ländern nach Österreich verfrachtet. Für die Gesundheit sind besonders die Kleinstpartikel – der Ultrafeinstaub – eine Gefahr. Während grobkörniger Feinstaub in den oberen Atemwegen “hängen” bleibt, gelangen Kleinstpartikel bis in die Lungenbläschen und den Blutkreislauf und können zu schweren Lungenschäden sowie Herzerkrankungen führen.

Schadstoffbelastung in Österreich

“Österreichs Bevölkerung ist einer viel höheren Schadstoffbelastung ausgesetzt als im Vorjahr”, betonte VCÖ Expertin Ulla Rasmussen. Vor allem Verkehr, Industrie und Hausbrände zählen zu den Hauptverursachern für zu hohe Schadstoffwerte. Eine Gesundheitsgefahr stellen vor allem Kleinstpartikel wie Ultrafeinstaub dar. Denn sie gelangen im Gegensatz zu grobkörnigerem Feinstaub bis in die Lungenbläschen und den Blutkreislauf, wodurch Lungenschäden und Herzerkrankungen begünstigt werden können.

Maßnahmen gegen Luftverschmutzung

Laut VCÖ brauche es einige Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung. Wichtig sei zum Beispiel eine Umstellung des aktuellen Messsystems, bei dem die Anzahl und nicht nur das Gewicht der Partikel gemessen wird. Außerdem wäre eine Verringerung des Kfz-Verkehrs unumgänglich für bessere Luftwerte. “Die umweltfreundlichen Mobilitätsanbote sind vor allem in den Ballungsräumen rascher und stärker als geplant auszubauen. Dort, wo es gute Bahnverbindungen gibt, steigen viele gerne vom Auto auf die Bahn um”, erklärte die VCÖ-Expertin Rasmussen.

“Grenzwerte sind politischer Kompromiss”

Auch ein Ausbau der Radinfrastruktur bzw. eine ersatzweise Verwendung von Elektrofahrrädern statt Autos, könne helfen, um die landesweite Feinstaubbelastung zu reduzieren. Eine Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen muss schnell vorangetrieben werden, denn:”Je früher das Verbrennen fossiler Energieträger, wie Heizöl, Kohle oder Diesel und Benzin beendet wird, umso weniger Schadstoffe gelangen in unsere Luft”, so VCÖ-Expertin Rasmussen.

“Die bestehenden Feinstaub-Grenzwerte sind ein politischer Kompromiss. Gesundheitsschädlich sind die Partikel auch unterhalb des Grenzwertes” sagte VCÖ Expertin Rasmussen. Dieselruß wurde beispielsweise bereits 2012 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als krebserregend eingestuft.

(APA)

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