Telekom Austria präsentiert am Donnerstag Bilanz

Die börsenotierte teilstaatliche Telekom Austria präsentiert am kommenden Donnerstag ihren Jahresabschluss 2011 – und der wird aller Voraussicht nach tiefrot. Analysten erwarten einen Jahresverlust von rund 200 Mio. Euro, das Betriebsergebnis sollte mit rund minus 40 Mio. Euro in die roten Zahlen drehen. Der Umsatz wird um vier Prozent bei 4,5 Mrd. Euro tiefer erwartet.


Spannend wird die Entwicklung des Free Cash Flow, dem die Telekom besonderes Augenmerk schenkt. Er gab in den ersten neun Monaten 2011 um 14 Prozent nach. Bereits im Dezember des Vorjahres hatte die Telekom die Ausschüttungen für die Jahre 2011 und 2012 von 0,76 auf 0,38 Cent je Aktie gesenkt. Der Ausblick für das heurige Jahr wurde allerdings bis zuletzt beibehalten.

Auf die Zahlen drückten der intensive Preiskampf im Mobilfunk, regulatorische Auflagen insbesondere beim Roaming und die Tochter Velcom in Weißrussland. In der laut Menschenrechtsaktivisten letzten Diktatur Europas kämpft die Telekom mit einer erheblichen Inflation. Ungemütlich ist es für die Telekom auch am Heimatmarkt – Stichwort Korruptions-U-Ausschuss. So musste sich erst vergangene Woche Telekom-Chef Hannes Ametsreiter vor den Abgeordneten dafür rechtfertigen, dass über 200.000 Mails zu den diversen Affären von der Telekom bisher nicht den Ermittlungsbehörden übermittelt wurden.

Und es kam der Verdacht auf, dass sich die Telekom vor einer erhebliche Strafe bei der Bundeswettbewerbsbehörde BWB gedrückt haben könnte – zum Schaden für den Steuerzahler. Aufklärungsbedürftig ist hier ein Mail zwischen BWB-Chef Theodor Thanner und dem Telekomkonzern.

Nach wie vor völlig offen ist, was der Investor Ronny Pecik und sein Partner, der ägyptischen Milliardär Naguib Sawiris, mit ihrem 20-Prozent-Anteil an der Telekom vor haben. Einige Medien spekulierten darüber, dass Pecik noch diese Woche auf 25 Prozent erhöhen könnte. Sawiris hatte erst vor wenigen Tagen seine Kriegskasse aufgefüllt und den Großteil seiner Anteile am größten ägyptischen Telekommunikationskonzern “Mobinil” für rund 1,7 Mrd. Euro an France Telecom verkauft.



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