Alle 60 ÖBB-Railjets mit Defibrillatoren ausgerüstet

In allen Railjets ist man jetzt für Rettungseinsätze gerüstet. (Themenbild)
In allen Railjets ist man jetzt für Rettungseinsätze gerüstet. (Themenbild) - © APA/Gindl/Archiv
Die ÖBB haben nun in ihren 60 Railjet-Zügen Defibrillatoren an Bord. Damit wurde die Premium-Fernverkehrsflotte “mittlerweile voll ausgestattet”, betonte Valerie Hackl, Vorstandsmitglied der ÖBB Personenverkehrs AG, am Montag bei einem Pressegespräch am Wiener Hauptbahnhof. Die Zugbegleiter sind an den Geräten geschult worden, außerdem sei jeder Fahrgast in der Lage, die Defis zu verwenden.


Der plötzliche Herztod fordert in Österreich jährlich mehr als 12.000 Menschenleben, hieß es bei dem gemeinsamen Termin mit dem Verein Puls, der sich die Bekämpfung dieser Todesfälle zum Ziel gesetzt hat. “Es kann jederzeit und überall passieren, dass ein plötzlicher Herzstillstand eintritt”, sagte Vereinspräsident Harry Kopietz. Durch den Einsatz von Defibrillatoren während der Erste-Hilfe-Maßnahmen erhöhe sich die Überlebenschance der Betroffenen um bis zu 70 Prozent.

Sprachanweisungen machen Defi für jedermann nutzbar

Dabei zählt jede Sekunde, bei Fernverkehrszügen vergeht jedoch möglicherweise einige Zeit bis zum nächsten Halt, sagte Hackl. Der Defibrillator befindet sich gut sichtbar im Restaurant-Wagen des Zuges, wie bei der Fahrt mit einem Railjet gezeigt wurde. Das Gerät ist sowohl für das Begleitpersonal als auch für die Passagiere zugänglich. Laien können den Sprachanweisungen des Defis folgen, der selbstständig feststellt, wann ein Elektroimpuls notwendig ist.

Zugbegleiter rettete zwischen Salzburg und Golling Leben

Bis Ende März werden mehr als 30 Einsatzwagen der ÖBB-Sicherheits- und Reiningungstochter Mungos ebenfalls mit Defibrillatoren ausgestattet. Seit Jahresbeginn sind auch am Wiener Hauptbahnhof sowie in den Bahnhöfen Wien Meidling, Wiener Neustadt und Innsbruck insgesamt zehn solche Geräte installiert. Am Hauptbahnhof wurde damit erst vor zwei Wochen einem 57-jährigen Mann das Leben gerettet, berichtete Hackl. Außerdem hatte ein Zugbegleiter kürzlich zwischen Salzburg und Golling (Tennengau) einem weiteren Menschen mit plötzlichem Herzstillstand durch Wiederbelebungsmaßnahmen helfen können – damals noch ohne Defi an Bord.

(APA)

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