Mit seinem Bestehen seit dem achten Jahrhundert ist der Almkanal das älteste Wasserversorgungssystem Europas. - © www.almkanal.at
Die “Alm”, wie der Kanal von vielen Salzburgern genannt wird, entspringt aus der Königseeache bei St. Leonhard und fließt auf einer Strecke von etwa zwölf Kilometern bis in die Stadt Salzburg. Seit dem 8. Jahrhundert versorgt der Almkanal so Salzburg und seine Randgebiete mit Trinkwasser, Nutzwasser und Löschwasser. Der Almkanal ist damit das älteste Wasserversorgungssystem Europas.
Das älteste Teilstück des Almkanalnetzes, der Müllner-Arm, dürfte im achten Jahrhundert entstanden sein. An diesem stadtnahen Gerinne wurden am Fuße des Mönchsberges Mühlen betrieben, die dem Stadtteil Mülln auch seinen Namen gaben.
Wegen später unzureichender Wasserversorgung wurde in den Jahren 1136 bis 1143 ein 400 Meter langer Stollen, der „Stiftsstollen“, zwischen Mönchsberg und Festungsberg errichtet. Im Jahr 1160 folgte ein zusätzlicher Ausbau vom Leopoldskroner Moor bis zum Rosittenbach, um mehr Wasser an die Mühlen zu bringen. Überschüssiges Wasser wurde über eine Gabelung in den Riedenburgbach abgeleitet, wo die „Pulvermühle“ steht. Heute ist die Pulvermühle Kraftwerk für die Stieglbrauerei.
Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert entwickelte sich der Almkanal immer mehr zur Lebensader für Gewerbe und Fabriken innerhalb und außerhalb der Mozartstadt. Es entstanden zahlreiche Teiche zur Eisengewinnung, was Grödig zum Zentrum der Eisenverarbeitung und der Zementindustrie machte. Zur Blütezeit Ende des 19. Jahrhunderts standen entlang der Alm mehr als 100 Wasserräder, wie auf almkanal.at zu lesen ist
Nach einer Generalsanierung Ende der 1970er Jahre konnte der Fortbestand des desolaten Almkanal gesichert werden. Heute versorgen 17 Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 1,2 Megawatt Betriebe und Haushalte.
Als Nacherholungsgebiet ist die Alm bei den Salzburgern sehr beliebt. Vor allem junge Leute wissen im Sommer das kühle Nass, das die Alm vom Untersberg in die Stadt bringt, zu schätzen. Mit dem Bau der Almwelle fanden auch Surfer den Weg nach Gneis. Jeden September findet für drei Wochen die Almabkehr statt. Dabei werden die Wasserläufe abgefischt, trockengelegt und Ausbesserungsarbeiten vorgenommen. Wer sich für eine Führung während dieser Zeit interessiert, kann sich hier anmelden.
Mehr Infos unter: www.almkanal.at