Drei Engel für rund 200 Jugendliche in Hallein

Landesrat Heinrich Schellhorn (2.v.r.) besuchte die Streetworker in Hallein.
Landesrat Heinrich Schellhorn (2.v.r.) besuchte die Streetworker in Hallein. - © LMZ/Neumayr/Leo
Über Facebook oder Whatsapp melden, eine SMS senden oder in der Nacht kurz anrufen. Die drei Engel von Streetwork Hallein (Tennengau) melden sich garantiert – und helfen Jugendlichen mit ihren Alltags-Problemen. Es ist das erste Projekt dieser Art außerhalb der Landeshauptstadt. Rund 200 Jugendliche nehmen das Angebot regelmäßig an.

“Jugendlichen ist es wichtig, dass sie uns nahezu täglich kontaktieren können, auch über die neuen Medien wie Facebook oder Whatsapp”, erkennt Markus Brunnauer das Um und Auf beim Streetwork. Brunnauer leitet das Zentrum in Hallein. Er und seine beiden Kolleginnen Iris Brandstetter und Caroline Braschel sind die drei Engel von Hallein und leisteten im Vorjahr für etwa 200 Jugendliche rund 900 Beratungen.

Drogen und psychische Probleme machen Jugendlichen zu schaffen

“Die Jugendlichen brauchen nur anrufen oder eine SMS senden, auch in der Nacht oder am Sonntag. Wir melden uns bei ihnen zu den Bürozeiten”, so Brunnauer. “Falls sie kein Guthaben auf ihrem Handy haben, brauchen sie es nur klingeln lassen, wir rufen zurück. Sie müssen auch nicht zu uns kommen. Wir können uns überall mit ihnen treffen.”

Sorgen machen Brunnauer zwei aktuelle Entwicklungen: “Drogenkonsum und seelische Erkrankungen sind wieder verstärkt ein Thema”, weiß Brunnauer aus 15 Jahren Erfahrung zu berichten.

Gemeinsam aktiv sein als Teil der Betreuungsarbeit

Auch gemeinsame Aktivitäten sind Teil der Betreuungsarbeit. Graffiti-Workshops, Kletterkurse, gemeinsame Fotoprojekte oder zusammen Eislaufen gehen – hier können Jugendliche kurz ihre Sorgen vergessen, Gemeinschaft genießen und das Vertrauen zu ihren Betreuerinnen und Betreuern festigen. Die Jugendlichen sind zwischen 14 und 18 Jahre alt, manchmal auch bis zu 21 Jahre. Bei gemeinsamen Aktivitäten, bei Beratungsterminen und Telefonaten können Jugendliche mit den Streetworkern über alles reden, auch und besonders über heikle Themen wie Drogen, Gewalt, Sexualität, über Probleme in der Schule oder mit den Eltern. Insgesamt betreute Caritas Streetwork im Jahr 2016 rund 2.200 Jugendliche im Tennengau, Pongau und Pinzgau.

Vorzeigebeispiel Streetwork Hallein

Streetwork Hallein ist für Landesrat Heinrich Schellhorn (Grüne) ein Vorzeigeprojekt: “Streetwork Hallein ist ein besonderes Projekt. Es hat sich als erstes Streetwork-Projekt außerhalb der Landeshauptstadt etabliert und ist heute unverzichtbar. Wir arbeiten daran, weitere Gemeinden zu überzeugen, diesem Beispiel zu folgen.” Das Projekt begleitet er seit 2002. Damals war Heinrich Schellhorn als Halleiner Stadtrat zuständig, und heute gehört wieder die Kinder- und Jugendhilfe zum Tätigkeitsbereich des Soziallandesrats. “Streetwork ist eine wichtige Präventionsmaßnahme, um jungen Menschen zu helfen, wo sie Unterstützung am Nötigsten brauchen: in ihrem Lebensalltag.”

 

Streetwork Hallein wird heuer mit knapp 82.000 Euro vom Land Salzburg gefördert. Rund 40.000 kommen von der Stadtgemeinde Hallein, rund 20.000 kommen aus Eigenmitteln der Caritas.

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