“Energetik-Affäre” erreicht Salzburg: 150 “GeoWaves” im Landeskrankenhaus

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Die Affäre rund um die “energetische Reinigung” im Wiener Krankenhaus Nord sorgte vergangene Woche für Aufregung. Wie sich nun herausstellte, wurden auch im Salzburger Landeskrankenhaus 150 “GeoWaves” zur Reinigung “geopathischer Störzonen” installiert.




Bei den “GeoWaves” handelt es sich um eine Deckendekoration aus Wellblech. Hergestellt werden sie von der Firma Geowave-Research Forschung und Handel GmbH mit Sitz in Hallein (Tennengau). Laut eigenen Angaben auf der Homepage des Unternehmens soll die Wellblechkonstruktion wahre Wunder wirken: Neben der Reinigung sogenannter “geopathischer Störzonen” sollen sie unter anderem beim Abbau von Stress, bei der Konzentration und der Genesung helfen. Verkauft wird die Wellblechwelle laut Website ab 329 Euro.

“GeoWaves” im Landeskrankenhaus installiert

Das Vorhandensein dieser “Störzonen” ist wissenschaftlich allerdings nicht bewiesen. Um dieser Sache auf den Grund zu gehen, wurden bei einer Studie dann 150 “GeoWaves” im Salzburger Landeskrankenhaus installiert. Wie Mick Weinberger, Pressesprecherin der Salzburger Landeskliniken (SALK) gegenüber SALZBURG24 angab, passierte dies bereits vor etwa 15 Jahren: “Der damalige Deal dürfte gewesen sein, dass die Wellen installiert werden und sie dann beforscht werden können.”

Wirkung der Wellen in Salzburg untersucht

Durchgeführt wurde diese Studie von Gernot Pauser, dem damaligen Leiter der Anästhesie, und dem Salzburger Biologen G. Hacker. Ergebnisse dazu liegen allerdings nicht vor, laut Weinberger sind auch nie welche veröffentlicht worden. Hacker soll später das Unternehmen verlassen haben und nach China ausgewandert sein, Gernot Pauser ging 2009 in Pension.

“Energetik-Affäre”: Steuergeld aufgewendet?

Ob die Installationen im Zuge der Studie auch Kosten verursacht haben, ist dabei nicht ganz klar. “Das lässt sich schwer herausfinden, weil die beteiligten Personen entweder in Pension oder nicht mehr im Land sind”, so Weinberger weiter. Die Forschung fand demnach vor der Übernahme der Landeskrankenhäuser durch die SALK statt. Auch im Büro von Gesundheitsreferent LH-Stv. Christian Stöckl (ÖVP) weiß man dazu nichts: “Das war vor unserer Zeit, wir haben dazu keine Aufzeichnungen oder Unterlagen. Das müsste die SALK wissen”, so Pressesprecher Harald Haidenberger im Gespräch mit SALZBURG24.

Von den NEOS gab es zu den Vorgängen Kritik. Vor allem, weil der “GeoWaves”-Chef eine Funktion bei der Landes-ÖVP inne haben soll, wie NEOS-Landesobmann Sepp Schellhorn meinte. Mehr dazu hier.

Volksanwalt prüft Esoterik-Skandal

Die Affäre rund um die “energetische Reinigung” im Wiener Krankenhaus Nord beschäftigt indes auch die Volksanwaltschaft. “Es ist unerträglich, dass für Esoterik-Hokuspokus 95.000 Euro ausgegeben werden”, so Volksanwalt Günther Kräuter gegenüber der APA. Laut Kräuter seien auch mit Beginn im Jahr 2000 im Wiener Otto-Wagner-Spital, in der KAV-Generaldirektion und in anderen Einrichtungen weitere “GeoWaves” zur “Stärkung der körpereigenen Energie, zur Steigerung der Raumqualität und zur Harmonisierung von geopathischen Störzonen” montiert worden. Kräuter kündigte ein Prüfverfahren an und forderte Unterlagen zur Causa. Ob auch in Salzburg entsprechende Untersuchungen eingeleitet werden, ist noch nicht bekannt.

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