Fünfer im Halbjahreszeugnis: Wie soll ich als Elternteil reagieren?

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Ein Fünfer in der Schulnachricht kann die Ferienlaune schnell verderben.
Ein Fünfer in der Schulnachricht kann die Ferienlaune schnell verderben. - © APA/HARALD SCHNEIDER
Salzburgs Schüler starten bald in die Semesterferien. Mit den freien Tagen verbunden ist auch die Schulnachricht. Fällt diese weniger gut als erwartet oder erhofft aus, kann das die Stimmung innerhalb der Familie trüben. Wie sollen Eltern auf schlechte Noten reagieren? Wir haben Tipps für euch.

Alleine an Pflichtschulen im Bundesland Salzburg bekommen am Freitag 37.700 Schüler ihre Schulnachricht. Während viele auf ein erfolgreiches Semester zurückblicken und sich über ein gutes Zeugnis freuen, ist die Übergabe der Schulnachricht für andere ein Horror. Viele Eltern reagieren mit Enttäuschung gepaart mit Vorwürfen und Konsequenzen. Katastrophenstimmung und Ratlosigkeit machen sich breit und bei so manchen fahren die Emotionen Achterbahn.

Schlechtes Zeugnis: Kinder fürchten Reaktion der Eltern

„Bei Rat auf Draht ist rund um die Zeugnisverteilung immer besonders viel los“, berichtet Birgit Satke, Leiterin der Telefonhotline „147 – Rat auf Draht“. Viele Kinder würden sich melden, da sie die Reaktion ihrer Eltern fürchten. „Einige trauen sich mit einem schlechten Zeugnis auch nicht nach Hause und haben Angst vor den möglichen negativen Konsequenzen oder Strafen“, schildert sie. Doch auch Eltern wissen nicht immer, wie sie auf ein Zeugnis voller schlechter Noten wirklich reagieren sollen. Schließlich will man sein Kind für das Sommersemester nicht demotivieren – ganz im Gegenteil!

Wir haben hier einige Tipps für euch:

Erholungsphasen sind wichtig

Ferien sind Ferien. Gebt euren Kindern die Möglichkeit, eine Auszeit von anstrengenden und stressigen Schulalltag zu nehmen und abzuschalten. Ein Schuljahr ist anstrengend, egal, ob man es positiv oder negativ abgeschlossen hat. Erholung ist wichtig, denn ohne Entspannung kann man auch nicht optimal lernen, rät man bei „Rat auf Draht“.

Suche nach Ursachen

Es ist sinnvoll, sich gemeinsam mit dem Kind auf die Suche nach dem Grund für das schlechte Abschneiden zu begeben. Bestimmt gibt es Gründe, warum die Noten schlecht sind. Liegt es am Stoff, am Verständnis, an einer schlechten Zeiteinteilung beim Lernen, an Konzentrationsproblemen, an zu vielen anderen Aktivitäten, die dem Kind die Erholungsphasen und die Zeit rauben? Ein gemeinsames Gespräch, wie man die Leistungen im kommenden Semester verbessern kann, schafft Klarheit.

Hilfreich ist dabei das Erstellen eines Plans, bei dem realistische Ziele mit fixen Lernzeiten und auch Lernbereichen festgelegt werden. Strukturen und Zeitpläne geben dem Kind Sicherheit. Auf diese Weise rückt das Ziel in greifbare Nähe. Oft ist es auch sinnvoll, sich Hilfe von außen zu holen. Das können Mitschüler, Verwandte oder Freunde sein. Eventuell können auch Nachhilfe oder Lernbegleitung helfen vorhandene Wissenslücken zu schließen.

In Kontakt bleiben

Wenn die Noten schlechter ausgefallen sind als erwartet, bringt ein großes Donnerwetter gar nichts. Kinder und Jugendliche sind in der Regel selbst unzufrieden über schlechte Leistungen in der Schule. Deshalb sollten Eltern ihre eigene Enttäuschung und ihren Ärger nicht in den Vordergrund stellen. Kinder brauchen besonders in dieser Zeit Unterstützung und die Gewissheit, dass ihre Eltern sie auch trotz schlechter Noten lieben. Wichtig ist es auch, dem Kind zu zeigen, dass das Schulergebnis nichts an eure Liebe ändert.

Positives hervorstreichen

Sich über schlechte Noten zu ärgern, ist eine normale Reaktion der Eltern. Doch sollte diese Reaktion nicht dazu führen, dem Kind zu vermitteln, dass es nichts kann und dass aus ihm nichts wird. Solche Aussagen sind verletzend und fördern nicht die Motivation. Bevor ihr die schlechten Beurteilungen zum Thema macht, fokussiert euch auf die guten Zeugnisaussagen. Euer Kind hat bestimmt nicht in allen Fächern schlechte Noten, daher würdigt auch seine guten Leistungen.

Hausarrest und Strafen sind kontraproduktiv!

Bestrafungen und das Streichen von Hobbies wie Fußball, Volleyball oder Tanzen wirken sich negativ auf die Motivation aus. Wenn man Kindern Dinge wegnimmt, für die sie sich mit Leidenschaft engagieren, verlieren sie entscheidende Bereiche, bei denen sie Erfolgserlebnisse haben. Durch ein Verbot lassen sich die Noten keinesfalls verbessern. Gerade bei schulischen Problemen brauchen Kinder Erfolgserlebnisse außerhalb der Schule. Ein Sieg mit der Fußballmannschaft oder dem Volleyball-Team stärkt das Selbstbewusstsein und die Motivation.

Klasse wiederholen

Auch wenn es zum Halbjahr noch zu früh ist: Vielen Kindern und Jugendlichen tut es mitunter gut, eine Klasse zu wiederholen. Für Eltern und Kinder ist der Gedanke an eine Klassenwiederholung im ersten Moment schrecklich. Andererseits kann eine Klassenwiederholung dem Kind auch helfen. Es hat den Stoff schon einmal gehört und kann sein Wissen aus dem Vorjahr nützen, um bessere Noten zu schreiben. Somit kann es vielleicht zum ersten Mal Erfolge erzielen, die ihm bisher versagt geblieben sind. Durch solche Erfolge steigt fast immer auch der Selbstwert eines Kindes.

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