Stehen die Lifte in Gaissau-Hintersee heuer still?

Akt.:
10Kommentare
In Gaissau-Hintersee steht der Betrieb wieder einmal auf der Kippe.
In Gaissau-Hintersee steht der Betrieb wieder einmal auf der Kippe. - © Neumayr/Leo
Im April ist das Skigebiet Gaissau-Hintersee (Flachgau) dem Konkurs gerade noch entkommen. Die Gläubiger haben einem Sanierungsplan zugestimmt, der chinesische Mehrheitseigentümer Zhonghui Wang versprach Investitionen. Im Moment wirkt es jedoch eher, als würden die Lifte diesen Winter stehen bleiben. Die SPÖ fordert von Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) finanzielle Unterstützung für das Skigebiet.

Diese Befürchtung haben zumindest die Grundeigentümer und die Bürgermeister der beiden Gemeinden Krispl (Tennengau) und Hintersee (Flachgau). Laut Berichten des ORF plane man, die derzeitige Betreibergesellschaft zu zerschlagen. Funktionieren soll das, indem die Grundeigentümer die noch offenen Pachtzahlungen von 130.000 Euro einfordern. Damit will man die Gesellschaft zum Konkurs zwingen – danach soll eine neue Betreibergesellschaft gegründet werden. Innerhalb der nächsten zwei Wochen soll über das weitere Vorgehen entschieden werden.

Keine Mitarbeiter, Revisionsarbeiten stehen still

Ausschlaggebend für diesen Plan waren die Befürchtungen, dass das Skigebiet in diesem Jahr vielleicht gar nicht aufsperren wird. Bis jetzt seien keine Mitarbeiter eingestellt worden, auch die Vorbereitungsarbeiten für den Winter haben noch nicht begonnen, so der Bürgermeister von Krispl, Andreas Ploner (ÖVP), gegenüber dem ORF. Das größte Problem sei, dass die Liftgesellschaft kein Personal habe. Die Zeit drängt: Um das Skigebiet für den Winterbetrieb fit zu machen bleibt nicht mehr viel Zeit.

Leitner hofft, dass Lifte nicht in Betrieb gehen

Rund um die Pläne des chinesischen Eigentümers ist es ruhig geworden. Manager Gernot Leitner, der selbst acht Prozent am Skigebiet besitzt, erwähnt gegenüber den Salzburger Nachrichten, dass der Eindruck in der Region berechtigt sei. Er hoffe außerdem, dass die Lifte im Winter nicht fahren, denn das zeige, “dass an Modernisierungen gearbeitet werde.” Zur Zukunft des Skigebietes kann aber auch er nicht viel sagen, da diese Entscheidung der Eigentümer treffen werde. Weder Leitner noch Ploner waren am Donnerstag für SALZBURG24 für eine Stellungnahme zu erreichen.

Wang stellte Investitionen in Aussicht

Der chinesische Mehrheitseigentümer der Bergbahn, die J&Y Holding Group Ltd., hat anlässlich des Insolvenzantrages Mitte Jänner noch angekündigt, dass mit der Entschuldung der Betrieb abgesichert werden soll. Gleichzeitig hat er weitere Investitionen – etwa in eine Beschneiungsanlage oder in die Liftanlagen – in Aussicht gestellt.

Dass der Plan der Bürgermeister, die Gesellschaft in den Konkurs zu schicken, funktionieren wird, bezweifelt Leitner. Allfällige Forderungen würden von der Betriebsgesellschaft beglichen werden.

SPÖ fordert Eingreifen des Landes Salzburg

SPÖ-Wirtschaftssprecherin Heidi Hirschbichler fordert ein Eingreifen der Salzburger Landesregierung: “Ohne den finanziellen Beistand des Landes kann das Skigebiet langfristig nicht überleben. Ein wichtiges Naherholungsgebiet würde verloren gehen.”

Dass die Lifte stehen bleiben, weil eine Neukonzeption des Skigebietes vorbereitet, ist für Hirschbichler nicht nachvollziehbar: “Diese neuerliche Hinhaltetaktik des chinesischen Mehrheitseigentümers ist unglaubwürdig und schadet letztendlich dem Skigebiet, da somit auch die verbliebenen treuen Stammgäste vergrault werden.”

Die SPÖ-Landtagsabgeordnete fordert Landeshauptmann Wilfried Haslauer auf, die Aktivitäten des Krispler Bürgermeisters zu unterstützen. Eine Beteiligung des Landes wäre Maastricht-neutral und würde der Skiliftgesellschaft zusätzliche Kreditlinien sichern, argumentiert Hirschbichler.

Land hilft finanziell nur bei Investitionen

Zur Forderung der SPÖ heißt es aus dem Büro Haslauer, dass man gerne bereit ist, Geld zu investieren. Allerdings müsse dazu der Eigentümer zuerst Investitionen tätigen, “denn es ist nicht primäre Aufgabe des Landes ein Skigebiet zu betreiben, sondern Skigebiete zu unterstützen. Das ist rechtlich nicht möglich.” Generell sei es Haslauer aber ein großes Anliegen, dass das Skigebiet erhalten bleibt. Man habe dafür bereits seit 2009 1,5 Millionen Euro zweckgebunden zurückgelegt.

Gaissau-Hintersee kämpft schon seit Jahren

Erst im April ist das Fortbestehen des kleinen Skigebietes in der Osterhorngruppe gesichert worden. Schon seit Jahren hatte man dort zu kämpfen. Vor allem in den vergangenen drei Wintern gab es zu wenig Naturschnee. So war in der letzten Saison 2015/2016 lediglich an 71 Tagen ein Skibetrieb möglich. Und auch im Winter 2017 fiel das Geschäft in den Weihnachtsferien aus – zum vierten Mal in Folge. Zu Jahresanfang war noch ungewiss, ob der Betrieb heuer überhaupt noch aufgenommen wird, weil der Mehrheitseigentümer die Zahlungen eingestellt hatte. Am 7. Jänner startete schließlich doch der Betrieb.

(APA/SALZBURG24)

Leserreporter
Feedback


Aktuelle News

- Salzburger Kulturvereinigung s... +++ - Neumarkt: Getuntes Moped errei... +++ - Faszinierende Bilder aus dem W... +++ - Mangelnde notärztliche Versorg... +++ - Sextortion: 59-Jährige mit int... +++ - Drogendealer (18) im Flachgau ... +++ - Suchtbericht des Landes Salzbu... +++ - 41. Salzburger Rupertikirtag i... +++ - Online-Supermärkte liefern oft... +++ - Lebensgefährliche Einsatznacht... +++ - Einbrüche im Pinzgau, Lungau u... +++ - Tankstelle in Siggerwiesen übe... +++ - Salzburger Langzeit-Bürgermeis... +++ - Postalm: Nächste Schritte zur ... +++ - Aus für Salzburger Republic: R... +++
10Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel

Tennengau.
SALZBURG24.AT

Verkehrslage
A1: West Autobahn Rosenheim - Salzburg
Zwischen Staatsgrenze Walserberg und Autobahnknoten Salzburg in beiden Richtungen Stau zu erwarten, Dauer: 23.09.2017 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr ...
Zu den Verkehrsmeldungen
Suche

Suche filtern