Rupert F., der Grossvater der kleinen Anna, wurde vor den Augen seiner Enkelin von einem Hundebesitzer zu Boden geworfen und liegt seither im Krankenhaus Hallein. Nun haben sich auch die Hundebesitzer zu Wort gemeldet, stellen der Vorfall jedoch völlig anders dar. - © Neumayr/MMV
Laut Angaben des Pensionisten ließen die Hundebesitzer ihre beiden Hunde frei laufen. Einer der Vierbeiner näherte sich dem dreijährigen Enkelkind des 74-Jährigen, der eine Rute in der Hand hielt. Er habe den Besitzern zugeschrien, dass sie ihren Hund von seiner Enkelin weggeben sollen, schilderte der Pensionist den Polizisten. Ohne ersichtlichem Grund sei er von der männlichen Person einfach zu Boden gestoßen und mit den Füßen getreten worden.
Er habe eine Verletzung am rechten Knie erlitten und vorerst nicht mehr selbstständig aufstehen können, sagte der Großvater. Die Hundebesitzer hätten ihn einfach neben seiner weinenden Enkelin auf dem Boden liegenlassen und sich schnellen Schrittes vom Tatort in Richtung Forstweg in den Wald entfernt. Zwei Zeugen, die den Vorfall von einer größeren Entfernung beobachtet hatten, halfen dem Verletzten und begleiteten ihn bis zu seinem Wohnhaus.
Den Konflikt stellten die Hundebesitzer aus Kuchl vor der Polizei allerdings anders dar: Sie hätten ihre Mischlinge keineswegs frei laufen lassen, sondern an der Leine geführt. Leichte Rempeleien habe es schon gegeben, von Tritten gegen den Pensionisten könne aber keine Rede sein. Auch einfach liegenlassen hätten sie den Pensionisten nicht. Es sei nicht erkennbar gewesen, dass sich der Mann verletzt habe, gab das Ehepaar zu Protokoll.
Die Zeugen des Vorfalls sollen jetzt ebenso vernommen werden wie der stationär im Krankenhaus liegende Pensionist. “In Kuchl gilt Leinenpflicht, ausgenommen sind Hundehalter, die mit ihren Tieren eine Ausbildung absolviert haben”, erklärte ein Polizist. (APA)