“Rußbachschnecken”: Neues Naturdenkmal im Tennengau

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“Rußbachschnecken”: Neues Naturdenkmal im Tennengau
© Fritz Seewald
Im Tennengau gibt es ein neues Naturdenkmal, das insgesamt 259. im Land Salzburg. Die Bezirkshauptmannschaft Hallein hat kürzlich eine einzigartige Stelle von versteinerten Schnecken in Rußbach, den so genannten “Fossilien-Aufschluss von Rußbachschnecken südlich der Schneckenwand” zum Naturdenkmal erklärt.

Das bedeutet, dass in das Naturdenkmal einschließlich der geschützten Umgebung von niemandem Eingriffe vorgenommen werden dürfen, die den Bestand oder das Erscheinungsbild des Naturdenkmales beeinträchtigen können. Gesteins- und Bodenabtragungen sowie Aufschüttungen aller Art und auch das Gewinnen oder Entnehmen von Fossilien mit Geräten und Hilfsmitteln jeder Art sind dort verboten.

“Rußbachschnecken” lebten vor über 80 Mio. Jahren

Das neue Naturdenkmal ist rund 860 Quadratmeter groß und befindet sich in der Gemeinde Rußbach am Pass Gschütt oberhalb der Forststraße Stöcklwald. Auch ein Wanderweg führt daran vorbei. Bedeutend ist die Stelle deshalb, weil sich dort eine große Menge versteinerter Schnecken der Gattung Trochactaeon, die auch “Rußbachschnecken” genannt werden, befindet. Konkret handelt es sich um die fossilen Arten Trochactaeon conicus (mit hohem, kegelförmigen Gehäuse) und Trochactaeon giganteus (mit oft fast kugeligem Gehäuse). Die “Rußbachschnecken” dürften vermutlich in einer Lagune mit salzhaltigem Wasser gelebt haben und das vor zirka 86 bis 83 Millionen Jahren. Heute sind die Fossilien in einem grauen, undeutlich geschichteten, zwei Meter dicken Mergelkalk eingebettet.

Rundweg bei “Schneckenwand” in Rußbach geplant

Derzeit informiert an Ort und Stelle eine großformatige Tafel über die Fossilien-Lagerstätte und ihre Entstehung. Geplant ist, einen Rundweg mit umfangreichen Besucherinformationen anzulegen. Dazu gibt es bereits ein Konzept von Fritz Seewald, der auch die treibende Kraft für die Unterschutzstellung war. Seewald war Biologieprofessor, ist nun Museumskustos sowie Initiator eines Fossilienkabinetts in Rußbach.

Oberhalb des nun geschützten Bereiches in rund 1.100 bis 1.200 Metern Seehöhe befindet sich die “Schneckenwand”, eine seit Langem bekannte und einzigartige Fossilfundstelle von Trochactaeon-Arten, die wegen ihrer geologischen und paläontologischen Besonderheit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Bei dem Naturdenkmal handelt es sich um einen Aufschluss im Bereich des südlichen Ausläufers der eigentlichen “Schneckenwand”, der vermutlich im Zusammenhang mit dem Bau der Forststraße freigelegt wurde.

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